Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass man sich bei niemandem beschweren kann, wenn es nicht geschmeckt hat. Wenn Servicepersonal vorhanden ist, macht das die Situation zwar für den Gast deutlich besser, aber nicht immer für den Gastronomen. So hörte ich neulich von einer Cafébesitzerin, dass ihr eine neu engagierte Kellnerin bei der Einstellung leider verschwiegen hatte, dass sie an Dyskalkulie leidet.
Falls Ihnen das nichts sagt: Es handelt sich um eine Störung, bei der grundlegende mathematische Fähigkeiten wie Mengenverständnis, Zählen und Grundrechenarten trotz normaler Intelligenz stark beeinträchtigt sind. Davon betroffen sind unter anderem der Bundesfinanzminister, der ständig Gelder verplant, die gar nicht da sind, sowie besagte Servicekraft. Die hat deshalb beim Kassieren die Rechnungsbeträge einfach geschätzt, was mit Blick auf die merkwürdig niedrigen Tageseinnahmen viele Kunden gefreut haben dürfte ...
In anderen Städten ist die Lage auch nicht besser. Ich erinnere mich noch an die augenscheinlich außerhalb des bayerischen Kulturraums rekrutierte, überaus freundliche Fachkraft mit allerdings eher überschaubaren Sprachkenntnissen, der ich am Tegernsee meinen Wunsch nach etwas süßem Senf zur Weißwurst mitteilte. In Nullkommanichts stellte mir der vom Arbeitgeber stilecht lederbehoste Mann freudestrahlend eine Flasche Ketchup hin ...
Es wäre naheliegend, wenn dergestalt entnervte Gastronomen auf die Idee verfallen würden, Roboter als Servicekräfte einzusetzen. Entsprechende Modelle aus chinesischer Produktion sind schon verfügbar, funktionieren aber manchmal ähnlich zuverlässig wie von vierjährigen Facharbeitern im Kindergarten produzierte, absolut originale Markenprodukte, die man auf der Plattform Temu kaufen kann.
Zumindest ist auf einem im Internet kursierenden Filmchen zu sehen, wie einer dieser künstlichen Kellner beim Einsatz in einem kalifornischen Restaurant augenscheinlich urplötzlich in den Partymodus wechselt und tanzend mit Essstäbchen und Geschirr um sich wirft. Weil die menschlichen Angestellten aus der Baureihe „homo sapiens“ leider nicht wissen, wo beim Roboter der Not-Aus-Knopf ist, stehen sie hilflos auf ein Handy mit der Steuerungs-App tippend daneben, können den eskalierenden KI-Kollegen aber nicht stoppen.
Lustig finde ich, dass man dem etwas grobschlächtig konstruierten Randale-Robi vorher passend zum angedachten Einsatzbereich eine Schürze angezogen hatte. Auf der steht riesengroß drauf: „I’m good!“. Das fanden seine Kolleginnen hinterher nicht mehr ganz so putzig, denn sie mussten eine Menge putzen.
Sollten Sie also demnächst in einem Wuppertaler Lokal mal mit dem Service unzufrieden sein, dann denken Sie dran: So lange die Fehler noch von Menschen gemacht werden, kann man sie wenigstens abstellen ...
Bis die Tage!