„Dauerbaustellen, unübersichtlicher Verkehr und viele Zweckbauten lassen die Stadt oft unfertig erscheinen. Ästhetisch punktet sie weniger mit klassischer Schönheit als mit rauem Charme. Viele Viertel wirken improvisiert statt durchdacht, was nicht jedermanns Geschmack trifft, aber Teil der besonderen Identität ist.“
Welche Stadt könnte da wohl gemeint sein? Falls Sie jetzt gerade spontan als Antwort „Wuppertal“ im Kopf haben, sollten Sie sich schämen! Gemeint ist nämlich Berlin. Unter die zehn hässlichsten Städte der Welt hat es aus Deutschland neben der Spree-Metropole aber nur noch Gelsenkirchen geschafft. Wuppertal ist überhaupt nicht dabei.
Wie konnte das passieren? Sonst sind wir doch in solchen Betrachtungen zuverlässig auf völlig ungerechtfertigten Spitzenplätzen vertreten und dürfen uns mit dem Urteil von Spezialisten auseinandersetzen, die dank ihrer großen Wuppertal-Expertise Schöller wahrscheinlich für den Stammsitz eines bedeutenden Eisherstellers halten.
Diesmal haben sie uns glatt übersehen und stattdessen zum Beispiel Skopje in Nord-Mazedonien ausgesucht. Über dessen Ortsbild liegen mir keine konkreten Erkenntnisse vor, auf Fotos erinnert es mich aber stellenweise an Remscheid, so dass die Einordnung nachvollziehbar scheint.
In einer anderen Statistik liegt Wuppertal dagegen weiterhin ganz weit hinten. Ich meine nicht die Tabelle der Fußball-Regionalliga, sondern die Anzahl der öffentlichen E-Ladepunkte pro Elektroauto. In der rangierten wir Mitte 2025 auf Platz 361 von insgesamt 399 Städten und Gemeinden in Deutschland.
Das soll sich aber ändern, weil gerade eine Menge neue Ladesäulen installiert werden – mit möglicherweise fatalen Folgen für die Gesundheit der Wuppertaler. Denn laut einer Untersuchung im Auftrag des Versicherers DA Direkt gibt mehr als jeder zweite E-Autofahrer an, während des Ladevorgangs zu essen. Und zwar vorzugsweise Wurst, Brötchen oder Schokoriegel, die bekanntlich allgemein nicht unter Superfood, sondern unter Superfett einsortiert werden.
E-Autofahrer könnten daher sehr schnell sehr dick werden, wenn sie unterwegs oft laden müssen. Für dieses Phänomen, das mit dem Zuwachs an öffentlichen Stromtankstellen auch in Wuppertal rasant zunehmen dürfte, hätte man beispielsweise die Fachbegriffe „Power-Plauze“ oder „Kilowatt-Kugel“ erfinden können. Tatsächlich ist man aber auf den drolligsten Namen gekommen, den ich seit Langem gehört habe. Er lautet „Ladepositas“...
Bis die Tage!