Nach Toreschluss - die Wochenendsatire Et löppt nur die Nase

Wuppertal · In unserer sich ständig links und rechts selbst überholenden Gesellschaft wird ja mit immer weniger Erfolg immer mehr kommuniziert und geteilt.

Roderich Trapp.

Foto: Wuppertaler Rundschau/Max Höllwarth

Bei genauer Betrachtung löppt gerade in Wuppertal nur die Nase, weil die weder von der Autobahn GmbH oder der Deutschen Bahn noch von der Stadtverwaltung abhängig ist. Alles andere steht mehr oder weniger still.

Durch die exquisite Mischung aus der Sperrung aller Autobahnen und Bahnstrecken mit täglichen Streiks im Öffentlichen Personennichtverkehr ist Wuppertal zu einer Art deutschem Nordkorea geworden, aus dem niemand mehr rauskommt und in das aus genau diesem Grund auch keiner mehr rein will. Ich warte nur noch auf die Nachricht, dass eine schwangere Autofahrerin im Stau am Sonnborner Kreuz ihr übertragenes Kind zur Welt gebracht hat, obwohl sie schon im siebten Monat in Barmen losgefahren ist.

Vor diesem Hintergrund ist dann immerhin nachvollziehbar, warum von Amts wegen verhindert wird, dass in Wuppertal noch mehr Autos auf die Straße kommen: Bis man beim Straßenverkehrsamt einen Termin für die Anmeldung eines Autos bekommt, ist der Wagen meistens schon ein Oldtimer.

Schlimmer als auf den Straßen ist die Lage nur noch beim WSV. Der hat in der Fußball-Regionalliga noch weniger Punkte als Sponsoren und in der Winterpause sehr erfolgreich Spieler, die keine Tore schießen, gegen Neuzugänge ausgewechselt, die nicht treffen. Mehr Durchschlagskraft haben immerhin die als Fans verkleideten Birnemänner, die bei Auswärtspartien in den dortigen Sanitäranlagen noch mehr Porzellan zerschlagen als es das Umfeld des Clubs an anderer Stelle tut, obwohl das eigentlich kaum vorstellbar scheint. Die Mitgliederversammlung wählt demnächst ein neues Aufsichtsgremium. Es wäre schön, wenn es sich diesmal im Ergebnis nicht wieder um einen Verwaltungsratlos handeln würde.

Hätte der WSV im Stadion gegen die Sportfreunde Lotte verloren, hätte er sich schon mal näher mit den künftigen Gegnern in der Oberliga beschäftigen können, bei der es sich leider ungeachtet des Namens um eine ziemlich untere Liga handelt. Es winkt dann zum Beispiel die Reise in einen Ort namens Biemenhorst, von dem selbst erfahrene Kartographen der Landschaften am Niederrhein noch nie gehört haben dürften. Die dort beheimateten Kicker spielen in der Intersport-Pieron-Arena.

Das erinnert der Bezeichnung nach an Allianz-Arena oder Veltins-Arena, dürfte aber mit Blick auf eine Kapazität von 1.700 Zuschauern, von denen einige sogar sitzen dürfen, vom Erlebniswert her eher überschaubar bleiben. Toiletten wird es aber mit Sicherheit auch dort geben, sodass die WSV-Anhänger immerhin eine Beschäftigung haben.

Zu viel Sorgen sollten sich die Biemenhorster im Vorfeld aber nicht machen. Denn es ist ja praktisch ausgeschlossen, dass es der Fanbus über das Sonnborner Kreuz pünktlich zur Arena schafft.

Bis die Tage!