Pläne in Wuppertal-Nord Umbau des Autobahnkreuzes sorgt für Diskussionen

Wuppertal · Deutschlands einzige Autobahn-Ampel am Kreuz Wuppertal-Nord ist bald Geschichte. Der Verkehr soll flüssiger werden. Doch einige Anwohnerinnen und Anwohner protestieren gegen das Millionenprojekt.

So soll das Kreuz nach dem Umbau aussehen.

Foto: Autobahn GmbH

Vieles bei der Infoveranstaltung am Montagabend (4. Mai 2026) in Sprochkhövel ist noch unklar. Kosten nennt die Autobahn GmbH noch nicht, auch der Zeitrahmen wird nur grob auf sieben bis acht Jahre geschätzt. Wann es losgehen soll, ist ebenfalls noch fraglich.

Klaus Gillmann ist Leiter der Außenstelle Hagen der Autobahn GmbH des Bundes.

Foto: Wuppertaler Rundschau/Tomas Cabanis

Das liegt daran, dass die Pläne ein Planungsfeststellungsverfahren durchlaufen müssen. Dort könnten die vorgestellten Skizzen ebenfalls noch verändert werden. Geplant sind derzeit etwa der Ausbau von Fahrspuren, die Neuordnung von Auffahrten sowie bauliche Anpassungen, die den Verkehrsfluss effizienter gestalten sollen.

Im Martin-Luther-Haus an der Gevelsberger Straße 3 in Sprockhövel fand die Veranstaltung statt.

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Ziel ist es, den Verkehrsfluss zu verbessern und die Sicherheit zu erhöhen. Ein zentrales Element: Die bundesweit einzigartige Ampelanlage innerhalb eines Autobahnkreuzes soll verschwinden und durch eine leistungsfähigere, kreuzungsfreie Verkehrsführung ersetzt werden.

Sabine Noll (Bürgermeisterin der Stadt Sprockhövel).

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Bei der anschließenden Fragerunde wurde jedoch deutlich, dass einige der anwesenden Bürgerinnen und Bürger dem Projekt kritisch gegenüberstehen. Viele befürchten jahrelange Belastungen durch Baustellenverkehr, Umleitungen und zusätzliche Staus. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten Zweifel, ob der finanzielle Aufwand im Verhältnis zum Nutzen stehe.

Sprockhövels Bürgermeisterin Sabine Noll kritisierte, dass die Gesprächsangebote der Stadt von der Autobahn GmbH bis jetzt ausgeschlagen worden seien. „Wir als Stadtverwaltung kriegen das ab, deswegen würde ich mich freuen, wenn wir ins Gespräch kommen könnten“, sagte sie. Klaus Gillmann (Leiter Geschäftsbereich Planung Außenstelle Hagen) erklärte, dass gemeinsame Termine auch im Interesse der GmbH seien. Man sei derzeit noch am Start des Planungsfeststellungsverfahren, deshalb hätte es noch keine gegeben.

Für die Projektverantwortlichen der Autobahn GmbH, unter anderem auch Nadja Hülsmann (Leiterin der Außenstelle Hagen) und Ralf Bernard (Leiter Geschäftsbereich Planung Außenstelle Hagen) steht fest: Der Umbau ist notwendig, um die Verkehrssituation langfristig zu verbessern.

Das Kreuz verbindet die Autobahnen A1, A43 und A46 sowie die B326 und gehört zu den stark belasteten Verkehrsknotenpunkten der Region. Täglich nutzen aktuell rund 175.000 Fahrzeuge das Kreuz, darunter über 20.000 Lastwagen. Bis 2040 wird ein weiterer Anstieg des Verkehrs erwartet.