Eine klare Sache war – erwartungsgemäß – das Votum für die seit 2022 aktive Landtagsabgeordnete Dilek Engin. Die 45-Jährige, die schulpolitische Sprecherin der SPD im Düsseldorfer Parlament ist, erhielt 103 Ja-Stimmen bei fünfmal Nein und drei Enthaltungen. Stimmberechtigt waren 111 Delegierte aus den 14 sozialdemokratischen Ortsvereinen der Stadt.
Engin betonte in ihrer Bewerbungsrede die Bedeutung von Bildung, Gerechtigkeit und bezahlbarem Wohnraum – sowie die Kernfunktion funktionierender Kommunen: „Alles, was wichtig ist, geht nur mit stabilen Kommunen.“ Gerade hier versage die CDU-Grünen-Landesregierung. Dilek Engin: „Wir brauchen keine Politik nur für Talkshows.“
Während es für Dilek Engins Wuppertal-Mitte-Wahlkreis keine Gegenkandidaturen gab, sah das im Osten der Stadt sowie beim aus Vohwinkel und Teilen Solingens gemischten West-Wahlkreis anders aus. Diese beiden Sektoren werden frei, da 2027 die bisherigen SPD-Abgeordneten Andreas Bialas und Josef Neumann nach dann 17 durchgängig erfolgreichen Jahren nicht mehr antreten werden.
Um Bialas‘ Nachfolge bewarben sich Yannik Bartsch und Stefan Mageney. Yannik Bartsch, 34-jähriger Kommunalbeamter, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Katernberg und Mitglied der Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg, rückte die Themen Wohnen, Inklusion und Stärkung der Kommunen in den Vordergrund. Sein Blick nach Düsseldorf: „Das sogenannte geräuschlose Regieren von Wüst & Co. heißt für Wuppertal, dass Probleme liegen bleiben.“ Sein lokales Credo: „Die Wuppertaler SPD hat schon oft bewiesen, dass wir schlechte Trends brechen können.“
Gegen Bartsch trat der 58-jährige Wirtschaftspsychologie-Dozent und Rocksänger Stefan Mageney an. Der Mann, der hinter dem Benefizkonzert-Projekt „Wuppertal hilft!“ steht, legte seine persönliche Betonung auf Glaubwürdigkeit, Vertrauen, Wirtschaft und Sicherheit.
Klare Niederlagen für Mucke und Mageney
Die Entscheidung des Parteitages fiel mit 87 Stimmen für Bartsch gegen 22 für Mageney deutlich aus. Es gab eine Enthaltung und eine ungültige Stumme. Ähnlich der Abstand, mit dem Ex-Oberbürgermeister Andreas Mucke beim West-Wahlkreis den Kürzeren gegen den Rechtsanwalt und Vohwinkeler SPD-Chef Alexander Hobusch zog. Der 34-jährige Hobusch holte 75 Ja-Stimmen, der 59-jährige Mucke 33. Drei Delegierte enthielten sich.
Alexander Hobusch rückte Wohnen, Sicherheit, starke Kommunen, „mehr Staat im Wohnungsmarkt“ sowie eine „große“ Altschuldenlösung, die mit einem „zweiten Stärkungspakt Stadtfinanzen vergleichbar sein“ müsse, nach vorn. Zudem nannte er konkrete Schritte bei der Beschleunigung von Gerichtsverfahren.
Zuvor hatte die Rede von Ex-OB Andreas Mucke klassisch-kämpferische Positionen unterstrichen: Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität als Säulen der Sozialdemokratie.