Diskussion über ABC-Klassen Engin: „Erhöhen den Druck auf Kinder und Eltern weiter“

Wuppertal / Düsseldorf · Die Wuppertaler SPD-Landtagsabgeordnete Dilek Engin bezeichnet die von der schwarz-grünen Landesregierung geplanten sogenannten ABC-Klassen als „bildungspolitischen Irrweg“.

Dilek Engin.

Foto: Michael Tobias

„Was als Förderung verkauft wird, ist in Wahrheit eine frühe Selektion von Kindern, und das noch bevor sie überhaupt richtig in der Schule angekommen sind. Gerade hier in Wuppertal sehen wir, wie unterschiedlich die Voraussetzungen sind, mit denen Kinder eingeschult werden. Darauf muss Schule flexibel und individuell reagieren können, nicht mit starren neuen Strukturen“, so die schulpolitische Sprecherin.

Die SPD-Fraktion stehe „für ein anderes Verständnis von Schuleingang und Förderung: Dafür brauchen wir gut ausgestattete Grundschulen, multiprofessionelle Teams und echte Unterstützung im Unterricht, auch und gerade in unseren Stadtteilen mit besonderen Herausforderungen. Neue Parallelstrukturen hingegen bedeuten zusätzliche Belastungen für Familien und schaffen mehr Probleme, als sie lösen.“

Die ABC-Klassen drohten zudem, „den Druck auf Kinder und Eltern weiter zu erhöhen. Schon heute erleben viele Familien in Wuppertal die Einschulung als komplex und mit Unsicherheiten verbunden. Statt diesen Übergang zu erleichtern, schafft die Landesregierung neue Hürden. Unser Ziel bleibt klar: Wir wollen eine Schule, die integriert statt aussortiert. Eine Schule, die fördert, ohne zu stigmatisieren. Und eine Bildungspolitik, die sich konsequent an Chancengleichheit orientiert.“

Die schwarz-grüne Landesregierung gefährde „das Wohl und die Interessen der Kinder, auch in Wuppertal durch eine verfehlte Politik in der frühkindlichen Bildung. Ihr neues Kinderbildungsgesetz führt zu größeren Gruppen und lückenhaften Personalstandards in den Kitas. Der Begriff ,Randzeiten‘ ist schon jetzt zum Symbol für die Probleme im System geworden.“

Außerdem verschlinge die Einführung der ABC-Klassen „jährlich rund 100 Millionen Euro, allein für Busfahrten. Hinzu kommen erhebliche Kosten für den Aufbau einer neuen Parallelstruktur. Dieses Geld fehlt an anderer Stelle, auch bei uns vor Ort in Wuppertal, etwa für bessere Ausstattung, mehr Personal und gezielte Förderung.“

Engin: „Kinder brauchen stabile Beziehungen, verlässliche Betreuung und qualitativ hochwertige Bildung. Dafür sind die Kitas der richtige Ort, und das Chancenjahr ist das richtige Mittel. Mit einem ganzheitlichen Chancenjahr direkt in der Kita stellen wir sicher, dass Sprachförderung, Motorik und soziale Entwicklung dort stattfinden, wo Kinder sich sicher fühlen und am besten lernen, im vertrauten Alltag ihrer Einrichtung.“