Mit ihrem Gleichstellungskonzept 2030 hat die Bergische Universität Wuppertal in der dritten und finalen Auswahlrunde zum Professorinnenprogramm 2030 überzeugt: Als eine von nur fünf Hochschulen bundesweit wurde sie mit dem Prädikat „Gleichstellungsstarke Hochschule“ ausgezeichnet – und erhält diese besondere Würdigung damit bereits zum zweiten Mal. Insgesamt hatten 51 Hochschulen ihre Gleichstellungskonzepte eingereicht, 44 Konzepte wurden positiv bewertet.
Grundlage für eine leistungsfähige und attraktive Universität
„Diese erneute Auszeichnung bestätigt unseren strategischen Weg: Sie würdigt die konsequente Verankerung von Gleichstellung in Governance, Personalentwicklung und Qualitätsmanagement der Universität. Wir verstehen Gleichstellung als Querschnittsaufgabe, die in alle zentralen Entscheidungsprozesse integriert und in unserem Leitbild fixiert ist. Gleichstellung ist für uns Bestandteil verantwortungsvoller Universitätssteuerung“, betont Uni-Rektorin Prof. Dr. Birgitta Wolff.
Ein Beispiel: Seit diesem Jahr durchlaufen Entscheidungen, die im Rektorat beschlossen werden, einen Gender-Check, der die geschlechtsspezifischen Auswirkungen vorgeschlagener Maßnahmen beleuchtet. Damit stellt die Universitätsleitung sicher, dass Geschlechtergerechtigkeit bei jeder wesentlichen Weichenstellung mitgedacht wird.
Maßnahmen in den Fakultäten ausbauen
Auch die Stärkung der Gleichstellungsarbeit in den neun Fakultäten gehört zu den erklärten Zielen. Mittlerweile sind dort 34 dezentrale Gleichstellungsbeauftragte aktiv, unterstützt von vier Gleichstellungsreferentinnen und -referenten. Gemeinsam gehen sie die Weiterentwicklung und Umsetzung gleichstellungsbezogener Maßnahmen in den Fakultäten an.
„Unser Konzept verbindet Steuerung, Ressourcen und Kulturentwicklung zu einem schlüssigen Gesamtansatz“, erläutert Sophie Charlott Ebert (Leiterin der Stabsstelle für Gleichstellung und Vielfalt). „Wir arbeiten entlang der gesamten wissenschaftlichen Qualifikationskette – vom Studium bis zur Professur – und sichern Wirkung durch verbindliche Zielvereinbarungen, systematisches Monitoring und strategische Personalentwicklung. Dass wir nun erneut bundesweit ausgezeichnet wurden, zeigt: Diese Verbindung aus Struktur, Datenorientierung und gemeinsamer Verantwortung trägt.“
Gemeinsam aufgebaut und strategisch verstetigt
Seit 2008 nutzt die Bergische Universität das Professorinnenprogramm als strategischen Entwicklungsmotor und blickt bereits auf drei erfolgreiche Förderperioden mit Förderzusagen in Höhe von insgesamt rund 3,7 Millionen Euro zurück.
Zehn Professorinnen konnten über die bisherigen Förderphasen berufen werden, zentrale Strukturen wie die Stabsstelle für Gleichstellung und Vielfalt wurden aufgebaut und verstetigt, innovative Instrumente wie das Gender-Datenportal und das Ein-Prozent-Modell für fakultätsbezogene Gleichstellungsmaßnahmen etabliert. Der Professorinnenanteil stieg seit 2007 von 14,4 Prozent auf 32,7 Prozent im Jahr 2024 – mit überdurchschnittlichen Werten im Landes- und Bundesvergleich.
Die in der aktuellen Förderrunde ausgewählten Hochschulen können nun bis zum 30. September 2027 Anträge für bis zu drei Anschubfinanzierungen für die Erstberufung von Wissenschaftlerinnen auf unbefristete W2- oder W3-Professuren stellen. Die Sonderauszeichnung „Gleichstellungsstarke Hochschule“ ist mit der Möglichkeit verbunden, eine Förderung für eine zusätzliche Stelle für eine Wissenschaftlerin zu beantragen.
Mit dem Professorinnenprogramm verfolgen Bund und Länder das Ziel, die Anzahl der Professorinnen in Richtung Parität dynamisch zu erhöhen, Wissenschaftlerinnen in der frühen Karrierephase auf dem Weg zur Lebenszeitprofessur zu fördern und in der Wissenschaft zu halten sowie die Gleichstellung von Frauen und Männern an den Hochschulen strukturell noch stärker zu verankern.