Freitag um 17 Uhr Abschied für unbedacht Verstorbene in Wuppertal

Wuppertal · In einem ökumenischen Gottesdienst am Freitag (5. Juni 2026) ab 17 Uhr werden wieder unbedacht verstorbene Wuppertalerinnen und Wuppertaler verabschiedet. Ihre Namen werden verlesen und Kerzen aufgestellt. Der Gottesdienst findet zwei Mal im Jahr statt, diesmal in der Basilika St. Laurentius.

Symbolbild.

Foto: Thorsten Levin

Die würdige Bestattung der Verstorbenen gehört in der kirchlichen Tradition zu den „sieben Werken der Barmherzigkeit“. Mit einer Bestattung wird gelebtes Leben gewürdigt. „Es ist ein Zeichen der Wertschätzung, wenn an einem Grab von Liebe und Dankbarkeit gesprochen wird, von Schuld und Vergebung, eben davon, dass ein Menschenleben im Leben der anderen Spuren hinterlassen hat“, betont Superintendent Jochen Denker.

Daher ist es der evangelischen wie katholischen Kirche in Wuppertal besonders wichtig, dass jeder verstorbene Mensch einen würdigen Abschied erhält – auch diejenigen, die einsam gestorben sind und für die es keine Trauerfeier gab, zu der Angehörige oder Freunde kommen konnten. Zweimal im Jahr findet seit 2014 im Juni und November ein ökumenischer Gedenkgottesdienst für unbedacht Verstorbene im Wechsel in der Gemarker Kirche und in der Basilika St. Laurentius statt.

Jedes Menschenleben von Gott gewollt

Im Gottesdienst, an dem Superintendent Jochen Denker für die evangelische Kirche teilnimmt, wird diesmal an über 40 Wuppertalerinnen und Wuppertaler erinnert, die aus unterschiedlichsten Gründen einsam verstorben sind. „Manchmal sind Familien auseinandergebrochen, manchmal wurden Menschen so alt, dass sie alle ihre Angehörigen und Freunde ,überlebt‘ haben. Manchmal verlief das Leben so, dass es sich aus der Gemeinschaft anderer selber ausgeschlossen hat oder ausgeschlossen wurde“, erklärt Denker.

Dies alles ändere aber nichts daran, dass jedes Menschenleben von Gott gewollt und geliebt ist. „Von und mit diesem Trost lebt der christliche Glaube. Unser Gottesdienst für unbedacht Verstorbene erinnert daran.“

Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?

Grundlage der Predigt von Jochen Denker wird Psalm 8,5 sein: „Was ist der Mensch? Dass Du seiner gedenkst! Was ist des Menschen Kind? Dass Du Dich seiner annimmst?“. Dass Gott an den Menschen denke, mache ihn zum Menschen, betont der Theologe und dass Gott kein Menschenleben vergesse, verleihe dem Menschen eine unverlierbare Würde.

In dem ökumenischen Gedenkgottesdienst werden die Namen der Verstorbenen gelesen und Kerzen für sie entzündet. Jochen Denker: „Wir lassen die Menschenleben, die mit diesen Namen verbunden sind nicht unbedacht und befehlen sie Gott an, der in Jesaja 43,1 verheißt: Fürchte dich nicht, denn siehe, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du gehörst zu mir.“