Hintergrund seien „zunehmende Spannungen innerhalb der Wuppertaler Elefantenherde sowie die bevorstehenden Umbauarbeiten an der Elefantenanlage“, teilte der Zoo auf der Plattform Instagram mit. „Elefanten leben in der Natur in Matrilinien, also Familienverbänden bestehend aus einer Leitkuh, ihren weiblichen Nachkommen und Jungtieren. Während junge Bullen mit Eintritt der Geschlechtsreife die Herde verlassen, bleiben weibliche Tiere in der Regel ein Leben lang zusammen. Grundsätzlich wird in der Haltung Afrikanischer Elefanten angestrebt, bestehende Matrilinien dauerhaft zusammenzuhalten.“
Aber: „Im Grünen Zoo Wuppertal ist die Elefantenkuh Sabie Leitkuh der bisherigen Matrilinie. Tika ist ihre älteste Tochter. In den vergangenen zwei Jahren kam es jedoch wiederholt zu Spannungen zwischen Tika und ihrer Mutter sowie zwischen Tika und ihrer jüngeren Schwester Tuffi. Es entstand der Eindruck, dass Tika die Rolle der Leitkuh übernehmen möchte, die Sabie jedoch weiterhin verteidigt. Zuletzt nahmen die Konflikte deutlich zu, sodass beide Familiengruppen häufiger voneinander getrennt werden mussten.“
Abschied von drei Elefanten
Hinzu komme die bevorstehende Erweiterung der Elefantenanlage. Während der Bauphase stehe nur eine Außenanlage zur Verfügung stehen. „Unter diesen Bedingungen wäre eine tierwohlgerechte Trennung der beiden Familiengruppen kaum möglich. Zudem ist zu befürchten, dass die Spannungen innerhalb der Herde bei begrenztem Platzangebot weiter zunehmen werden.“
Deshalb sei entschieden worden, die drei Tiere in die Schweiz abzugeben. „Für Tika eröffnet sich damit die Möglichkeit, selbst die Rolle der Leitkuh einzunehmen und gemeinsam mit Kimana und Mali eine eigene Matrilinie aufzubauen“, so der Grüne Zoo. Die Elefanten waren in den vergangenen Wochen auf den Transport vorbereitet worden. Ein Kran hob die Container auf einen Tieflader. (Bilder)
Die Fahrt in die Schweiz begleiteten jeweils zwei Tierpflegerinnen bzw. Tierpfleger aus Wuppertal sowie der der Schweiz: „Die Fahrzeuge fuhren dabei dicht hintereinander, damit die Elefanten jederzeit akustisch in Kontakt bleiben konnten.“
An der Hubertusallee leben nun noch die Afrikanischen Elefanten Sabie (34), ihre Tochter Tuffi (10) sowie ihr Sohn Gus (7). Der Abschied von den drei Elefantenkühen falle schwer: „Alle Tiere wurden in Wuppertal geboren. Viele Mitarbeitende haben sie von Geburt an begleitet und erlebt, wie Tika von einem Jungtier zu einer selbstbewussten Elefantenkuh herangewachsen ist.“
Gleichzeitig freue man sich „über die Perspektive, die sich den Tieren in Basel bietet. Dort erwartet die drei Elefanten eine moderne, rund 5.000 Quadratmeter große Anlage sowie ein erfahrenes Team in der Elefantenhaltung. Perspektivisch soll auch im Zoo Basel wieder ein Zuchtbulle gehalten werden, sodass Tika dort künftig erneut zum Erhalt der Afrikanischen Elefanten beitragen kann.“