50 Jahre Washingtoner Artenschutzübereinkommen 10.000 geschützte Tier- und Pflanzenarten in Wuppertal angemeldet

Wuppertal · Die Stadt Wuppertal nimmt das Jubiläum des Washingtoner Artenschutzübereinkommens „Cites“ zum Anlass, um auf die Bedeutung der Regeln aufmerksam zu machen.

Der Zoll versucht den illegalen Handel zu unterbinden.

Foto: Christoph Petersen

Vor 50 Jahren trat Deutschland einer Vereinbarung bei, das diese Vielfalt schützt und heute in über 180 Staaten gilt. Seinerzeit boomte der Handel mit exotischen Reisesouvenirs, Papageien und Reptilien.

„Besonders zwischen den 1960er und 1990er Jahren hielten viele Menschen exotische Vögel oder Reptilien als Haustiere. Erst als der Gesetzgeber den Artenschutz fest im Bundesnaturschutzgesetz verankerte, bekamen der Zoll und die lokalen Behörden die rechtliche Handhabe, um wirksam gegen illegale Händler vorzugehen“, so die Verwaltung.

Heute verlagere sich das Problem durch die Globalisierung zunehmend in den Onlinehandel: „Das Kernziel bleibt seit 50 Jahren unverändert, das Überleben gefährdeter Arten zu sichern. Wilderei, illegaler Handel, der Verlust von Lebensräumen und der Klimawandel bedrohen die biologische Vielfalt weltweit und zerstören sensible Ökosysteme. Eine intakte Natur ist für den Menschen lebensnotwendig und deren Verlust eine der größten Risiken weltweit.“

Auch in Wuppertal ist das Thema aktuell, da die Bürgerinnen Bürger hier rund 10.000 geschützte Tier- und Pflanzenarten angemeldet haben. „Zu den häufigsten Vertretern gehören Griechische Landschildkröten, Graupapageien und Färberfrösche. Die Untere Naturschutzbehörde stellt jedes Jahr zahlreiche Verstöße gegen Vermarktungsverbote, Meldepflichten oder Kennzeichnungsvorschriften fest. Wenn Halter die Regeln missachten, ziehen die Behörden Tiere, Pflanzen oder Produkte ein und leiten regelmäßig Bußgeld- oder Strafverfahren ein“, heißt es aus dem Rathaus.

Jeder Mensch könne im Alltag einen Beitrag zum Schutz der Arten leisten: „Der wichtigste Schritt ist der Verzicht auf den Kauf von geschützten Tieren oder Pflanzen wie exotischen Reptilien, Orchideen oder Kakteen aus der freien Natur. Auch beim Einkaufen im Internet ist Wachsamkeit geboten, da Verkäufer dort geschützte Arten oft ganz offen illegal anbieten. Ein legaler Handel ist nur dann sicher, wenn vollständige Nachweise über die Herkunft vorliegen.“

Besondere Vorsicht gelte bei Urlaubsreisen in ferne Länder: „Produkte aus Elfenbein, Schildpatt, Korallen, bestimmten Edelhölzern oder Tierhäuten sind für die Einfuhr häufig streng verboten, selbst wenn Händler sie im Urlaubsland völlig frei verkaufen. Wer solche Tiere, Pflanzen oder Erzeugnisse über Grenzen transportieren möchte, benötigt zwingend vorab offizielle Genehmigungen. Ohne diese Papiere drohen den Reisenden am Flughafen empfindliche Strafen oder teure Bußgelder.“

Die zuständigen Naturschutzbehörden und der Zoll informieren vorab bei allen Unsicherheiten: „Jede bewusste Kaufentscheidung und jedes verantwortungsvolle Verhalten helfen dabei, die Tier- und Pflanzenwelt weltweit nachhaltig zu schützen.“