„Angesichts der angespannten Haushaltslage und der wirtschaftlichen Risiken werde man „die Energiewende nun durch schrittweise Einzelprojekte statt durch ein zentrales System vorantreiben“, heißt es in seiner Stellungnahme am Montag (27. April 2026.
Das Vorhaben, den Zoo über ein Nahwärmenetz mit Holzgas-Blockheizkraftwerk, Biomassekessel und Wärmepumpen zu versorgen, bei dem das Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal die Projektleitung und -steuerung innehatte, sei „im Laufe der detaillierten Planungsphase (Leistungsphase 3) auf massive finanzielle Hürden“ gestoßen, heißt es. „Während die ursprüngliche Kostenschätzung bei ca. 5,5 Millionen Euro lag, prognostizierten die im August 2025 abgeschlossenen Berechnungen einen Investitionsbedarf von rund 10,5 Millionen Euro. Insbesondere der Eigenanteil der Stadt wäre dadurch von geplanten 1,1 Millionen Euro auf ca. 6,1 Millionen Euro angestiegen.“
Trotz bereits bewilligter Fördermittel des Bundes in Höhe von fast 4,4 Millionen Euro, von denen bereits ca. 250.000 Euro abgerufen wurden, und einer Fristverlängerung bis 2029 „erscheint eine erfolgreiche Umsetzung unter den veränderten Rahmenbedingungen nicht mehr darstellbar. In gemeinsamer Absprache mit der Stadtspitze wurde das Projekt daher Ende Januar 2026 offiziell gestoppt“, so der Zoo.
Verzögerungen hätten sich im Vorfeld „zum einen durch schwierige öffentliche Ausschreibungsverfahren, bei denen mehrfach keine gültigen Angebote eingereicht wurden sowie zum anderen durch die Standortänderung der Heizzentrale“ ergeben. „Diese wurde mit den konkreter werdenden Planungen des Parkhauses bzw. der Seilbahn-Talstation für die BUGA notwendig.“
Dennoch habe die Planungsphase „wertvolle Erkenntnisse“ geliefert: „So wurde im Zuge der Vorarbeiten bereits eine dezentrale Wärmeversorgung geprüft, die nun als Grundlage für künftige Schritte dienen kann.“
Der Grüne Zoo bedauert die Einstellung des zentralen Vorhabens, „da die prognostizierte Kohlendioxid-Reduktion bei beachtlichen 1.616 Tonnen pro Jahr gelegen hätte“. Dennoch bedeute das Ende dieses spezifischen Projekts nicht das Ende der Klimaschutzziele.
„Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, doch die Verantwortung für einen sparsamen und wirtschaftlichen Mitteleinsatz lässt uns keine andere Wahl“, so Zoodirektor Arne Lawrenz. „Wir halten an unserem Ziel einer Kohlendioxid-reduzierten Energieversorgung fest. Statt eines zentralen Großsystems werden wir nun nachhaltige und förderfähige Lösungen schrittweise in Form von Einzelprojekten realisieren, um die Modernisierung des Gebäudebestands im laufenden Betrieb sinnvoll umzusetzen.“
Der Projektstopp für die zentrale Energieversorgung im Grünen Zoo eröffne zudem „Chancen für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung. Das zugrunde liegende Konzept stammt aus dem Jahr 2021, seither haben sich sowohl die technischen als auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich verändert. Dadurch können aktuelle Erkenntnisse einbezogen und eine klimafreundliche, wirtschaftliche Energieversorgung mit möglichst geringen Kohlendioxid-Emissionen realisiert werden.“