Sommersynode der ev. Kirche Wuppertal ESG, CityKirche, Kemna – Projekte kosten viel Geld

Wuppertal · Ob es um die evangelische Studierendengemeinde, die CityKirche Elberfeld oder den Gedenk- und Lernort Kemna geht: Auf der Synode der evangelischen Kirche in Wuppertal stehen am Samstag (13. Juni 2026) Richtungsentscheidungen zur Finanzierung und Weiterentwicklung wichtiger Projekte auf der Tagesordnung.

Verhüllt und eingerüstet: Der Turm der CityKirche wird gerade saniert.

Foto: Thorsten Levin

Nachdem die rheinische Kirche beschlossen hat, die landeskirchliche Trägerschaft der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) zum 31. Dezember 2027 zu beenden, steht der Kirchenkreis Wuppertal vor der schwierigen Frage, ob er der ESG-Arbeit an der Bergischen Universität eine Zukunft geben kann.

Die ESG ist seit 2018 gemeinsam mit der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) in der „Kirche an der Uni“ direkt am Campus in einem landeskirchlichen Gebäude präsent. Dort engagiert sie sich mit zahlreichen Angeboten für Studierende, die über Diskussionsveranstaltungen zu gesellschaftlichen und religiösen Themen, Freizeitaktivitäten bis hin zu Seelsorge rund finanzieller Unterstützung reichen und die auch von vielen internationalen Studierenden genutzt werden.

ESG als lebendiger Teil der Kirche

„Die ESG ist ein lebendiger Teil unserer Kirche und an einem wichtigen gesellschaftlichen Ort präsent. Wir möchten sie gerne erhalten“, betont Superintendent Dr. Jochen Denker. „Aber wir müssen klären, wie die evangelische Studierendenarbeit nach 2027 organisatorisch und finanziell weitergetragen werden kann.“

Darüber soll erstmals auf der Sommersynode informiert und beraten werden, bevor frühestens im November eine Entscheidung gefällt und dann ein Zukunftsmodell erarbeitet werden kann. Das könnte eine stärkere Anbindung an die Gemeinden in Elberfeld sowie Kooperationen mit anderen kirchlichen Arbeitsfeldern beinhalten. Die KHG hat bereits signalisiert, den gemeinsamen Standort fortführen zu wollen.

Teurer als gedacht: Sanierung CityKirche

Weitere wichtige Themen betreffen die Sanierung der CityKirche Elberfeld und den Gedenk- und Lernort Kemna. „Die umfassende Sanierung der denkmalgeschützten Kirche entwickelt sich zu einer deutlich größeren baulichen und finanziellen Herausforderung als ursprünglich erwartet“, erklärt Superintendentin Katharina Pött.

Der erste Bauabschnitt umfasst inzwischen Kosten von rund 1,37 Millionen Euro. Ursache sind zusätzliche massive Schäden am Natursteinmauerwerk, die erst nach der Einrüstung sichtbar wurden.

Weiterentwicklung des Gedenk- und Lernortes Kemna

Am ehemaligen Konzentrationslager KZ Kemna schreitet die Entwicklung eines Gedenk- und Lernortes voran, den der Kirchenkreis federführend gestaltet. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung des Millionenprojekts eine zentrale Herausforderung. Von insgesamt rund 4,3 Millionen Euro sind bislang 1,5 Millionen Euro durch die Städte Wuppertal, Remscheid und Solingen zugesagt. Weitere Fördermittel und Spenden werden dringend benötigt. „Zur Zeit beraten wir auch über eine geeignete langfristige Trägerstruktur für dieses gesellschaftspolitisch wichtige Projekt“, erklärt Katharina Pött.

Darüber hinaus beschäftigt sich die Synode mit dem geteilten Superintendentenamt, der Auflösung des Verwaltungsverbandes Wuppertal-Solingen und der Gebäudebedarfsplanung im gesamten Kirchenkreis. Auch über den aktuellen Stand der Kooperationen unter den Kirchengemeinden und Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit der Bergischen Kirchenkreise wird informiert.