„Der gute Platz Wuppertals im Hitze-Check 2026 ist erfreulich, sollte aber nicht mit einer Erfolgsmeldung aktueller Stadtentwicklung verwechselt werden. Wuppertal profitierte zum Zeitpunkt der Erhebung von einem außergewöhnlichen Naturkapital: große Waldflächen, historisch gewachsene Parks, den Anlagen der Verschönerungsvereine und der besonderen Topographie mit ihren bewaldeten Hängen. Diese Strukturen sind über Jahrzehnte gewachsen und teilweise über mehr als einem Jahrhundert erhalten.
Auch die Methodik des Hitze-Checks begünstigt Städte wie Wuppertal, da Grünvolumen im Umkreis von bis zu einem Kilometer berücksichtigt wird. Dadurch fließen die großen Waldflächen an den Talhängen in die Bewertung der dicht bebauten Quartiere mit ein. (Bilder)
Blütenpracht im Vorwerk-Park
Die Entwicklung seit 2018 zeigt jedoch kein Bild außergewöhnlicher Verbesserungen. Auch Wuppertal hat zusätzliche Flächen versiegelt. Die DUH errechnet einen Verlust von rund 6.800 Bäumen. Gleichzeitig stehen weitere Eingriffe bevor: neue Baugebiete am Nissen-Gelände, an der Wittener Straße und An den Friedhöfen. Politisch gewollt sind Regionalplanänderungen mit rund 60 Hektar zusätzlichen Gewerbe- und Industrieflächen sowie Waldrodungen und zusätzliche Versiegelungen im Zusammenhang mit der BUGA 2031.
Damit entsteht ein Widerspruch: Das gute Ergebnis des Hitze-Checks beruht auf historisch gewachsenen Grün- und Freiraumstrukturen, während gleichzeitig genau diese Grundlagen durch neue Flächeninanspruchnahmen weiter unter Druck geraten.
Der Hitze-Check ist deshalb kein Freibrief für zusätzliche Versiegelung, sondern eher eine Mahnung, das vorhandene Naturkapital zu bewahren.
Ein Spitzenplatz im Jahr 2026 garantiert keinen Spitzenplatz im Jahr 2036. Die entscheidende Frage lautet nicht, wie gut Wuppertal heute dasteht, sondern ob die Stadt bereit ist, die Voraussetzungen für dieses gute Ergebnis auch langfristig zu erhalten.
Wuppertal lebt beim Hitze-Check derzeit mehr von den Leistungen früherer Generationen und seiner natürlichen Topographie als von einer konsequenten Politik der Flächensparsamkeit."