Briefe von Leserinnen und Lesern „Auch Wuppertal hat zusätzliche Flächen versiegelt“

Wuppertal · Betr.: Artikel „Wuppertal überzeugt im ,Hitzecheck 2026‘“, Rundschau online vom 9. Juni 2026

Blick von der Königshöhe.

Foto: Christoph Petersen

Der gute Platz Wuppertals im „Hitzecheck“ 2026 ist zunächst erfreulich. Allerdings sollte das Ergebnis differenziert betrachtet werden. Der „Hitzecheck“ bewertet vor allem den heutigen Zustand der Stadt und nicht, durch wen oder wann die vorhandenen Strukturen entstanden sind.

Wuppertal profitiert in besonderem Maße von seiner Topographie, den großen Waldflächen an den Talhängen sowie zahlreichen historisch gewachsenen Parks und Grünanlagen. Viele dieser klimawirksamen Strukturen gehen auf frühere Generationen, Verschönerungsvereine und die natürlichen Gegebenheiten der Stadt zurück – nicht auf aktuelle Stadtplanung.

Hinzu kommt, dass der Hitzebetroffenheitsindex Grünvolumen in einem Radius von bis zu einem Kilometer um bewohnte Flächen berücksichtigt. Gerade in der engen Tallage Wuppertals fließen dadurch große Waldgebiete an den Hängen in die Bewertung ein und verbessern das Ergebnis.

Auch die Entwicklung seit 2018 liefert kein Bild außergewöhnlicher Fortschritte: Wie alle untersuchten Städte hat auch Wuppertal zusätzliche Flächen versiegelt. Zudem weist die Auswertung einen rechnerischen Verlust von rund 6.800 Bäumen aus. Der gute Rang Wuppertals beruht daher weniger auf einer besonderen Verbesserung in den vergangenen Jahren als vielmehr auf einem bereits historisch gewachsenen hohen Ausgangsniveau.

Der „Hitzecheck“ beantwortet somit die Frage, wie gut Wuppertal heute gegen Hitze aufgestellt ist. Er beantwortet jedoch nicht die Frage, wer diese Voraussetzungen geschaffen hat. Die Aufgabe der heutigen Stadtpolitik besteht vor allem darin, die vorhandenen Qualitäten zu bewahren, weitere Versiegelung zu begrenzen und die klimawirksamen Grünstrukturen für kommende Generationen zu sichern.

Roman Müllenschläder (Bürgerinitiative „Menschenfreunde Scharpenacken“)

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