Der eine ist Klaus Göntzsche, Rundschau-Mitarbeiter und Geschäftsführer des Verbandes Westdeutscher Sportjournalisten. In dieser Funktion war er dabei, als Klopp 2004 im Kölner E-Werk die Fair-Play-Trophy des Verbandes Deutscher Sportjournalisten verliehen wurde. Laudator war Dortmunds Trainer Matthias Sammer.
Anlass der Ehrung war das besonnene Verhalten von Klopp als Trainer von Mainz 05 nach zwei unglücklich verpassten Bundesliga-Aufstiegen in die erste Liga. Klopp hatte jegliche negativen Äußerungen über Gegner oder Schiedsrichter vermieden - und schon das reichte den Sportjournalisten für diese Auszeichnung.
„Klopps Reaktion auf den Hinweis, dass ich aus Wuppertal komme, überraschte mich total“, blickt Göntzsche auf die Begegnung zurück. Denn: „Klopp erzählte mir erfreut von einem seiner wenigen Auswärtstore als Zweitligaspieler der Mainzer und konnte mir auch genau sagen, dass es das Ehrentor der 05er bei der 1:3-Niederlage in der Saison 1992/93 war.“
Ein Spiel, das auch bei WSV wehmütige Erinnerungen auslösen dürfte: Es war nämlich die erste Partie nach dem Aufstieg in Liga zwei, bei der Sun-Hong Wang und der legendäre Goalgetter Michael Tönnies (Letzterer gleich doppelt) vor 13.000 Zuschauern am Zoo trafen und eine absolute Fußball-Euphorie im Tal auslösten. Klopp besorgte damals in der 90. Minute den Ehrentreffer für die Mainzer. Ebenso gut habe sich Klopp am Rande der Preisverleihung aber auch an den 3:1-Sieg der Mainzer zwei Jahre später erinnern können.
Die WSV-Trainer waren damals der kürzlich verstorbene Gerd vom Bruch (beim WSV-Sieg) und Michael Lorkowski (bei der Niederlage). Ein prägender Trainer in der Karriere des künftigen Bundestrainers Jürgen Klopp war zu Mainzer Zeiten übrigens Wolfgang Frank (verstorben 2013), seinerseits später beim WSV nur eine kurze Zeit von Februar bis Juni 2008 glücklos tätig.
Sieben Jahre später ist Göntzsche Klopp erneut begegnet, als am 23. März 2011 im Stadion am Zoo ein Freundschaftsspiel des WSV gegen die von ihm trainierte Borussia aus Dortmund stattfand. „Im Interview für die Rundschau hat er mir wieder bestens gelaunt von seinem Torerfolg in Wuppertal erzählt. Klopp wusste auch sehr genau, dass der WSV mit der zweiten Mannschaft des BVB in einer Klasse spielte. Zum WSV fielen ihm außerdem die Namen Günter Pröpper, Horst Szymaniak und Erich Ribbeck ein.“
Nur Gutes fällt auch Martin Schneider zu Jürgen Klopp ein. Der ZDF-Sportmoderator aus Wuppertal, der auch Vorsitzender des Vereins Bergische Sportpresse ist, hat ihn als Experten im Team des Senders bei der Weltmeisterschaft 2006 und der Europameisterschaft 2008 erlebt. „Er war da so, wie er jetzt immer noch ist: ein Menschenfänger, sehr offen, lustig und sehr konkret. Er nahm auch damals schon kein Blatt für den Mund“, erinnert sich Schneider an den Kollegen Klopp.
Und daran, dass die Verpflichtung des seinerzeit noch eher mäßig bekannten Mainzer Zweitligatrainers ein Glücksgriff des damaligen ZDF-Sportchefs Dieter Gruschwitz gewesen ist. „Klopp war der Erste, der Fußball so gut erklären konnte“, wundert sich Schneider denn auch nicht über den weiteren Aufstieg des gebürtigen Stuttgarters.
„Er hat sich überhaupt nicht verändert, ist immer authentisch geblieben“, findet Martin Schneider heute. Und kann aus eigener Anschauung auch bestätigen, dass Klopp sehr sozial eingestellt ist und ein großes Herz für Benachteiligte hat.
Und dann fügt Schneider noch schmunzelnd hinzu: „Ich habe 2008 mal mit Klopp in einer ZDF-Mannschaft mit Johannes B. Kerner und Béla Réthy gekickt. Als Fußballerklärer war er besser als als Spieler.“ Das sieht der zur aktiven Zeit vom Sturmtank zum rustikalen Verteidiger umfunktionierte Klopp ausweislich vieler Interviews selbst ganz genauso ...