Den Verdacht, dass die Partie wegen des noch nicht kompletten Kaders und des Verletzungspechs zu einem unglücklichen Zeitpunkt stattfindet, zerstreut Chefcoach Tim Schneider gegenüber der Rundschau direkt: „Nein, im Gegenteil. Wir freuen uns sehr auf das Spiel. Die Jungs können da in Sachen Tempo und Technik einiges lernen.“ Natürlich sei es momentan nicht einfach, sich einzuspielen, aber: „Alle unterstützen und helfen sich gegenseitig. Und das zu sehen ist sehr viel wert. Wir arbeiten intensiv daran, uns Stück für Stück zu verbessern.“
Nicht mitmachen können dabei momentan allerdings Verteidiger Felix Herzenbruch und Dario Biancardi. Beide haben sich – unabhängig voneinander – das vordere Außenband im Fuß gerissen. Wie lange sie fehlen, ist zwar noch nicht klar. Sportvorstand Lennart Strufe hofft aber, dass sie nicht allzu lange ausfallen.
WSV unterliegt in Wülfrath
Der ebenfalls angeschlagene Innenverteidiger Kilian Bielitza stand unter der Woche bereits wieder auf dem Trainingsplatz, sein Einsatz gegen Gladbach ist zumindest nicht ausgeschlossen. Dafür jedoch laut Spielvertrag mit der Borussia der Einsatz von Testspielern. Nach der Verpflichtung von Abwehrspieler Serhat Kacmaz gehören nun 16 Akteure dem WSV-Kader an, außerdem trainieren mehrere A-Jugendliche regelmäßig mit.
Ziel müsse es sein, den „nächsten Entwicklungsschritt zu machen und im Spiel umzusetzen, was wir im Training erarbeitet haben“, so Strufe zur Rundschau. Wozu auch gehöre, im vorderen Drittel präziser zu werden. „Es ist ein Highlightspiel, in dem die Jungs mutig und mit Leidenschaft auftreten sollen.“ Er liebäugelt mit einer Kulisse von „6.000 bis 7.000 Fans“, natürlich inklusive der Anhängerinnen und Anhänger der Borussia. Was dem WSV willkommene Einnahmen bescheren würde.
Der Sportvorstand: „Ich freue mich über jeden, der uns trotz des Abstiegs unterstützt. Denn den Support werden wir auch in der Saison brauchen.“ So im Pokalspiel am 9. August gegen Schonnebeck (15 Uhr, Stadion am Zoo) und beim Punktestart am 16. August in Velbert. „Der Auftakt ist ebenso spannend wie herausfordernd“, ordnet Strufe ein. Dass der Kader bis dahin komplett ist, sei möglich, stehe aber noch nicht final fest: „Wir arbeiten aber sehr intensiv daran.“
Tim Schneider nimmt die fürwahr nicht einfache Aufgabe, in dieser Konstellation schnell ein neues Team zu formen, indes sportlich: „Manchmal haben Mannschaften fünf, sechs Neuzugänge, da muss sich auch erst mal alles finden.“ Die Ausgangslage sei ja bekannt gewesen, deshalb: „Die Arbeit beim WSV macht mir unheimlich viel Spaß.“
Neu ist für den 44-Jährigen das Stadion am Zoo: „Es ist gut, dass wir es jetzt endlich kennenlernen.“ Zumal das Spielfeld mit einer Länge von 105 Metern und einer Breite von 68 Metern größer ist als viele andere. „Ich werde es auf jeden Fall vorher einmal abgehen“, schmunzelt Schneider.