Die Diskussionen über die Zukunft Wuppertals drehen sich oft um Haushaltsprobleme, soziale Herausforderungen oder fehlende Perspektiven. Doch wir sollten endlich die eigentliche Kernfrage stellen: Wie schaffen wir wieder mehr Wohlstand, Arbeitsplätze und Zuversicht für unsere Stadt?
Denn ohne wirtschaftliche Stärke wird keine Stadt dauerhaft sozial stabil bleiben.
Wuppertal war über Jahrzehnte ein Symbol für Unternehmergeist, Mittelstand, Industrie und Innovation. Viele Unternehmen und Familienbetriebe haben diese Stadt groß gemacht. Heute dagegen erleben viele Bürger Unsicherheit: Hohe Arbeitslosigkeit, Leerstände in den Innenstädten, Fachkräftemangel und junge Menschen, die ihre Zukunft eher außerhalb Wuppertals sehen.
Deshalb braucht unsere Stadt jetzt keine weiteren allgemeinen Debatten, sondern konkrete Maßnahmen.
Ich unterstütze ausdrücklich die Idee eines „Runden Tischs Wirtschaft Wuppertal 2030“ unter Leitung von Oberbürgermeisterin Miriam Scherff. Dort sollten Verwaltung, IHK, Handwerkskammer, Universität, Unternehmen, Banken, Wirtschaftsförderung und Vertreter der Stadtgesellschaft gemeinsam an einer verbindlichen Zukunftsstrategie arbeiten.
Wichtig wären vor allem:
1) schnellere Genehmigungen für Unternehmen und Investitionen
2) die Aktivierung leer stehender Gewerbe- und Innenstadtflächen
3) mehr Unterstützung für Gründer, Mittelstand und Handwerk
4) stärkere Kooperationen zwischen Schulen, Universität und Wirtschaft
5) ein klares Standortprofil für Gesundheitswirtschaft, KI, Digitalisierung und moderne Industrie
6) konkrete Ausbildungs- und Fachkräfteoffensiven
Andere Städte zeigen, dass wirtschaftlicher Wandel möglich ist, wenn Politik und Wirtschaft gemeinsam handeln. Wuppertal hat dafür alle Voraussetzungen: eine starke Industriegeschichte, engagierte Unternehmen, kreative Menschen, eine Universität und eine zentrale Lage in NRW.
Was fehlt, ist ein gemeinsamer strategischer Wille.
Wir dürfen uns nicht an den schleichenden Abstieg gewöhnen. Denn wenn wirtschaftliche Perspektiven verloren gehen, wächst Frust – und damit auch die Gefahr gesellschaftlicher Spaltung und politischer Extreme.
Wuppertal kann deutlich mehr. Jetzt braucht unsere Stadt Mut, Zusammenarbeit und eine klare wirtschaftliche Vision für die nächsten zehn bis 20 Jahre.
Alexander van der Mey
● Leserbrief an die Wuppertaler Rundschau: [email protected]
● Zu den Rundschau-Leserbriefen: hier klicken!
● Allgemeine Hinweise zur Veröffentlichung: hier klicken!