Briefe von Leserinnen und Lesern „Fragt Euch, was Ihr eigentlich wollt“

Wuppertal · Betr.: Aktuelle Lage beim Wuppertaler SV

Szene nach dem Spielende.

Foto: Stefan Rittershaus

Zu den Leserbriefen des Herrn Langer und von Herrn Schneider möchte ich anmerken: Vielen Dank! Sie sprechen (hoffentlich!) vielen wirklichen WSV-Fans aus der Seele! „Fans“ wie die Ultras, die in der Regel völlig verkapselt ihre „Gesänge“ abspulen, Polizisten beleidigen, die eigene Stadt völlig ironiefrei als „asozial“ beklatschen, fremde Stadien zerlegen und im letzten Saisonspiel die Mannschaft nicht nur nicht unterstützen, sondern beleidigen, braucht der WSV in Zukunft nicht mehr.

Diesen „Fans“ gebührt seitens der Spieler oder der Offiziellen kein Dank, sondern von ihnen muss sich der Verein, müssen sich die wahren Fans deutlich distanzieren. Vielleicht macht das den Verein ja auch für Sponsoren interessanter. Und nie mehr dürfen die Ultras bestimmen, ob ein Trainer oder ein Sportlicher Leiter bleiben darf oder gehen muss!

Apropos sportlicher Leiter: Da bin ich beim (in mehrerlei Hinsicht) unsäglichen Leserbrief des Herrn Langer: Man kann Gaetano Manno sicherlich in dieser und schon der vorherigen Saison einige Fehlentscheidungen vorwerfen. Aber eines kann man ihm sicherlich nicht vorwerfen und sollte es auch nicht: mangelnde Identifikation mit dem WSV. Er hat sich als Spieler und als Funktionär für den WSV den A…. aufgerissen und wird nun mit Hohn und Spott vom Hof gejagt. Das geht gar nicht!

Und ja, er hat personelle Fehlentscheidungen (inklusive Trainerentlassung und Verpflichtung von Mike Wunderlich) getroffen und aus meiner Sicht vor allem bei späteren Neuverpflichtungen zu hohe Erwartungen geweckt („der noch fehlende Puzzlestein“, „unser absoluter Wunschspieler“). Aber erstens haben alle diese Entscheidungen der Vorstand (mit dem von Ihnen so gepriesenen Herrn Richter) und der Verwaltungsrat mitgetragen. Und zweitens: Wenn Spieler laut Aussage des Vorstands zum großen Teil für ein „besseres Taschengeld“ spielen müssen, wo sollen dann die „Führungsspieler" herkommen?

Zum Abschluss noch zu Herrn Richter und zum neuen Verwaltungsrat: Wenn Herr Richter wirklich so voller WSV-DNA und voller „Versionen“ ist, warum hat er dann in einer so schwierigen Situation hingeworfen und dies nicht einmal nachvollziehbar kommuniziert? Und warum dreschen Sie schon jetzt auf den neuen Verwaltungsrat ein? Warten wir doch mal etwas ab. Eine hohe Identifikation mit dem Verein sehe ich dort auf jeden Fall. Und was den vielleicht fehlenden fußballerischen Sachverstand angeht: Wo war der denn beim alten Verwaltungsrat? Von Silvio Pagano beispielsweise habe ich kein Wort vernommen.

Fazit: In der neuen Saison geht es nur mit Erfahrung und frischer (hoffentlich neuer) Kraft im sportlichen Bereich, mit einem Vorstand und einem Aufsichtsrat, die zusammenarbeiten und nicht nur Visionen haben, sondern diese auch umsetzen und sehr gerne ohne das Gepöbel der Ultras.

Ultras, geht mal in Euch, fragt Euch, was Ihr eigentlich wollt. Und wenn der WSV wirklich „Euer Verein“ ist, fragt Euch, wie Ihr ihm nützen und nicht schaden könnt.

In diesem Sinne: Rot-Blau!

Volker Uerlings

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