Neuanfang: Wunsch der Vereinsgremien ist es, dass Stephan Küsters, der in den vergangenen Wochen als Berater fungierte, offiziell die Sportliche Leitung übernimmt. Der WSV hofft, dass der 54-Jährige mit seinen Kontakten auch solche Spieler zu einem Wechsel ins Stadion am Zoo überzeugen kann, die allein mit Blick auf das Vertragsangebot sonst nicht kommen würden. Ob Mike Wunderlich der Trainer bleibt, ist momentan noch offen.
Das Geld: Finanzvorstand Dr. Jochen Leonhardt hatte vor rund drei Wochen gegenüber der Rundschau vermutet, dass der Etat etwas unterhalb des für die Saison 2025/26 (etwa 700.000 für die erste Mannschaft inklusive der Trainer) liegen wird. Neue Zahlen sind noch nicht bekannt. Falls wirklich der Wiederaufstieg das Ziel ist, müssten die Transfers weitestgehend sitzen. Vor allem die der Führungsspieler. (Bilder)
Abstieg des WSV ist besiegelt
Verträge: Mit dem Abstieg hat auch das halbe Dutzend Arbeitspapiere, die sich in der Regionalliga automatisch verlängert hätten, seine Gültigkeit verloren. Der Umbruch wird enorm. Dass Fotios Adamidis in den letzten Partien zwischen den Pfosten stand, kann durchaus als Zeichen gewertet werden, ebenso der Einsatz des A-Jugendlichen Linus Fröhlich gegen Bonn. Der allergrößte Teil der Akteure aus dem aktuellen Kader wird den WSV verlassen.
Die Spielstätte: Der WSV bleibt auf jeden Fall im Stadion am Zoo. Das ist die klare Ansage des Vereins, der die Arena als seine Heimat bezeichnet. Das sieht auch Sportamtsleiterin Alexandra Szlagowski so. Ein theoretisch möglicher Umzug auf die Oberbergische Straße, den Gelben Sprung, den Uellendahl oder den Freudenberg würde ohnehin am Veto sowohl des Verbandes als auch der Polizei scheitern. Die Anlagen verfügen nicht über die geforderten sicherheitstechnischen Voraussetzungen. Auch die An- und Abreise wäre hier äußerst problematisch.
Ambitionen: Bevor ein Saisonziel ausgegeben wird, muss erst einmal der Kader stehen. Klar ist aber schon jetzt, dass ein direkter Wiederaufstieg alles andere als ein Selbstläufer wird. Mitabsteiger Spielvereinigung Velbert hat in der Rückrunde unter Trainer Bogdan Komorowski einen deutlichen Aufwärtstrend gezeigt und die Planung schon weit vorangetrieben. Sollte der KFC Uerdingen, der das Insolvenzverfahren beendet hat, es in dieser Saison nicht schaffen und an Germania Ratingen oder dem VfB Hilden scheitern, werden die Krefelder es zweifelsohne 2026/27 erneut versuchen. Auf jeden Fall gibt es ein bergisches Derby: Das finanzstarke Solingen 03 ist in die Oberliga aufgestiegen.
Reaktionen: Weder aus der Wuppertaler Politik noch aus der Wirtschaft gibt es bislang Stellungnahmen. Das ist mit Blick auf die Vergangenheit wenig überraschend. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten überwog weitestgehend die Zurückhaltung.
Termine: Die Oberliga-Saison beginnt am Wochenende vom 14. bis 16. August 2026. Eine Woche vorher ist die erste Runde des Niederrheinpokals angesetzt für alle Mannschaften von der Oberliga abwärts (aus dem Kreis Wuppertal-Niederberg noch der 1. FC Wülfrath, der TSV 05 Ronsdorf und de SC Sonnborn). Traditionell beginnt die Vorbereitung etwa sechs Wochen vor dem Start. Das wäre dann um den 6. Juli herum. Sollte Stephan-Küsters dem WSV sein Ja-Wort geben, wird er zeitnah auch die Testspiel-Planung in Angriff nehmen.