Damit liegt Finanzvorstand Dr. Jochen Leonhardt im selbst vorgegebenen Zeitrahmen (die Rundschau berichtete), nachdem er unter anderem die abgeschlossenen Sponsorenverträge gesichtet hatte. Möglicherweise informiert er die Gremien am Dienstag oder Mittwoch.
Wie ein Budget aussehen könnte, indes ist vollkommen offen. Intern wird damit gerechnet, dass für die erste Mannschaft 700.000 bis 900.000 Euro notwendig sind, um entweder die Regionalliga halten oder aber einen sofortigen Wiederaufstieg aus der Oberliga Niederrhein anpeilen zu können. Ob die Summe zusammenkommt, ist zumindest fraglich. In der aktuellen Saison sind es rund 700.000 Euro.
Mit großem Interesse schauen die Verantwortlichen des WSV unterdessen nach Velbert. Sollte die Spielvereinigung dort das Nachholspiel gegen die U23 von Borussia Dortmund gewinnen, liegt sie als Tabellen-Sechzehnter bereits vier Punkte vor dem WSV (17.). Rang 16 würde zum Klassenerhalt reichen, wenn Fortuna Düsseldorf aus der 2. Liga absteigt und Düsseldorfs Zweite dadurch die Regionalliga verlassen muss.
Dieses Szenario ist derzeit gar nicht so unwahrscheinlich. Die vom Verletzungspech heimgesuchten Landeshauptstädter sind am vergangenen Wochenende durch die 0:2-Niederlage beim direkten Konkurrenten SC Magdeburg auf den vorletzten Platz abgerutscht. Das Restprogramm hat es in sich. Freitag kommt mit Dynamo Dresden ein weiterer Mitkonkurrent an den Rhein, dann geht es zum Aufstiegsfavoriten Schalke 04, anschließend gegen den ebenfalls noch auf die Bundesliga hoffenden SV Elversberg und zuletzt zu Greuther Fürth, das um den Klassenerhalt kämpft.
Dass der WSV sowohl Rödinghausen als auch Velbert noch überholen kann, damit rechnet an der Hubertusallee im Grunde niemand. Deshalb ist der von Trainer Mike Wunderlich ausgerufene drittletzte Platz nun das Nahziel. Zumal die Rot-Blauen am Samstag (14 Uhr) mit der schlechtesten Abwehr der Liga (64 Gegentore) und der zweitschlechtesten Offensive (31 Tore) zum Tabellenzweiten RW Oberhausen reisen, der den Sprung in die 3. Liga noch keineswegs abgeschrieben hat.
Liegen die Zahlen von Leonhardt vor, sollen möglichst zeitnah die ersten Vertragsgespräche beginnen. Nach Rundschau-Informationen können sich der sportliche Berater Stephan Küsters und auch Wunderlich weiterhin ein weiteres Engagement zumindest vorstellen – wenn sie denn das neue Team selbst zusammenstellen dürfen. Dass es Wunderlich kann, hat er bewiesen: Er war im Winter vom damaligen und auch heute noch aktuellen Rheinlandliga-Tabellenführer Ahrweiler BC ins Bergische Land gewechselt.
Sollte der WSV Oberligist werden, könnte in der kommenden Saison dennoch Regionalliga-Fußball im Stadion am Zoo zu sehen sein. Nämlich dann, wenn der VfB Hilden aufsteigt, aber keine Spielberechtigung für das heimische Stadion am Bandbusch erhält, weil ein befestigter Zaun im Gästebereich für mindestens 800 Fans nicht rechtzeitig umgesetzt werden kann.
Final entschieden ist das noch nicht, das Wuppertaler Sportamt hat aber bereits grünes Licht für den Fall der Fälle gegeben. Und gleichzeitig bekräftigt, dass der WSV auf jeden Fall weiter an der Hubertusallee spielt.
„Eine Verlagerung in ein Ausweichstadion – konkret das Stadion am Zoo in Wuppertal, für das bereits die Zustimmung von Stadt und Polizei vorliegt – stellt ausdrücklich lediglich eine letzte Option dar“, zitiert die Rheinische Post unterdessen den VfB Hilden.