Fußball-Regionalliga WSV: Hoher Finanzbedarf auch in der Oberliga

Wuppertal · Ob der Wuppertaler SV in der kommenden Saison in der Fußball-Oberliga Niederrhein oder aber weiter in der Regionalliga West spielt – mit Blick auf das benötigte Finanzvolumen ist das letztlich wohl egal. Eine Analyse.

Die Spieler des WSV stehen kurz vor dem Abstieg.

Foto: Dirk Freund

Voraussichtlich in der kommenden Woche will Finanzvorstand Dr. Jochen Leonhardt den Gremien einen ersten Etatvorschlag präsentieren (die Rundschau berichtete). Wohlwissend, dass diese Zahlen nur eine Grundlage bilden und sich im Laufe der kommenden Monate immer wieder verändern können. Der Auftakt-Überblick soll dazu dienen, mit den Vertragsgesprächen beginnen zu können. Damit ist der WSV nach der Trennung vom Sportlichen Leiter Gaetano Manno schon jetzt spät dran.

Momentan hätte für die Oberliga kein Akteur ein gültiges Arbeitspapier, im Falle des Klassenerhalts würden sich einige Verträge automatisch verlängern. Doch so oder so: Intern gehen die Verantwortlichen nach Rundschau-Informationen davon aus, dass für beide Ligen zwischen 700.000 und 900.000 Euro für die erste Mannschaft zur Verfügung stehen müssen, um die Ziele (Regionalliga-Klassenerhalt oder direkter Wiederaufstieg) realistisch angehen zu können.

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WSV-Niederlage in Bochum

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Foto: Stefan Rittershaus

Die rund 700.000 Euro, die in der laufenden Saison für den Regionalliga-Kader vorhanden sind, haben, so die Erkenntnis, mutmaßlich nicht ausgereicht, um in Liga vier zu bleiben. Einziger Strohhalm ist noch der mögliche Abstieg des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf, dessen zweite Mannschaft dann automatisch die Regionalliga verlassen müsste.

Allerdings: Dass der WSV Drittletzter wird und damit von dieser Regelung profitieren würde, ist noch gar nicht gesagt: Velbert (mit einem geschätzten Etat von 650.000 Euro auf Rang 17) hat seine Planungen für beide Ligen schon weit vorangetrieben (unter anderem mit der Zusage des Trainerteams um Bogdan Komorowski), nur zwei Punkte weniger und noch ein Nachholspiel. Allein deshalb sollte der WSV nach sieben Partien ohne Sieg mal wieder gewinnen – beispielsweise am Sonntag (16 Uhr) gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach. Der Tabellensechste reist jedoch als klarer Favorit zur Hubertusallee.

Ob der derzeitige sportliche Berater Stephan Küsters auch für die Saison 2026/27 zur Verfügung steht, ist momentan noch ebenso offen wie die Zukunft von Chefcoach Mike Wunderlich und Co-Trainer Adli Lachheb. Nach Rundschau-Informationen halten sie sich zumindest die Option offen weiterzumachen.

Voraussetzung ist demnach jedoch ein konkurrenzfähiges Team, das etwa in der Oberliga nicht nur um Platz zehn mitspielt. Sondern eins, das beispielsweise einem Aufstiegsversuch des KFC Uerdingen standhalten kann. Und das mit erfolgreichem Fußball die Zuschauerinnen und Zuschauer zurück ins Stadion am Zoo holt.

Und so warten nicht nur die Fans gespannt darauf, welche Zahlen bei Dr. Leonhardt in der kommenden Woche unter dem Strich auf dem Etat-Zettel stehen.