Er ist nach eigenen Angaben momentan mit Unterstützung der Geschäftsstelle damit beschäftigt, die Zahlen für einen belastbaren Etat zusammenzustellen. Dabei geht es einerseits um die bereits vorliegenden und unterschriebenen Sponsoren-Verträge, die zum Teil im Falle des Abstiegs nachverhandelt werden müssten. Und darüber hinaus beispielsweise auch um realistische Einnahmen aus dem Verkauf der Eintrittskarten (der WSV rechnet für die Rückrunde mit einem Schnitt von 1.515 zahlenden Fans und Mindereinnahmen von 50.000 Euro, nachdem Kinder und Jugendliche unter 18 seit Beginn des Jahres kostenlos ins Stadion am Zoo dürfen) sowie dem Bereich Merchandising.
„Ich denke, dass wir in etwa zehn Tagen etwas sagen können“, kündigt Dr. Leonhardt im Gespräch mit der Rundschau an. Selbstverständlich fahre man dabei längst zweigleisig. Final könne man aber natürlich erst dann beispielsweise mit Trainern und Spielern verhandeln, wenn definitiv feststehe, in welcher Liga der WSV in der Spielzeit 2026/27 antrete. Sobald die Zahlen auf dem Tisch liegen, sollen sie der sportlichen Leitung und dem Verwaltungsrat präsentiert werden. Und damit auch dem Sportlichen Berater Stephan Küsters, „der sich ja bereiterklärt hat, uns bis zum Saisonende zu helfen“, so Dr. Leonhardt.
Nach Rundschau-Informationen ist der Team-Etat 2025/26 eingehalten worden. Er beläuft sich demnach auf 700.000 Euro inklusive der Trainer (ohne den Fußball-Jugendbereich und die anderen Abteilungen). Das auf der Jahreshauptversammlung prognostizierte Defizit von 18.000 Euro ist unter anderem auf Faktoren wie gestiegene Sicherheitskosten und Vandalismus (in der laufenden Saison rund 60.000 bis 80.000 Euro) zurückzuführen. (Bilder)
WSV-Niederlage in Bochum
Zur Spielzeit 2025/26 war der Etat der Regionalliga-Mannschaft im Vergleich zu 2024/25, als Großsponsor EMKA sein Engagement um 80 Prozent zurückgefahren hatte, noch einmal um 20 Prozent zusammengestrichen worden. Der ehemalige Verwaltungsratsvorsitzende Dr. Jürgen Hoß hatte auf der Jahreshauptversammlung im März das Budget als zweitniedrigstes der Regionalliga beziffert, die WSV-Spieler erhielten ein „besseres Taschengeld“.
Fünf Punkte und ein um 18 Tore schlechteres Torverhältnis müsste der WSV in den letzten fünf Spieltagen auf den SV Rödinghausen aufholen, um den Abstieg zu verhindern – oder darauf hoffen, dass Fortuna Düsseldorf aus der 2. Liga absteigt und dadurch deren Zweitvertretung die Regionalliga verlassen muss.
Die sportliche Zukunft ist mehr als offen. Das betrifft sowohl die Frage, ob der WSV für die vierte Liga überhaupt einen konkurrenzfähigen Etat auf die Beine stellen kann – oder für die Oberliga genug Geld zusammenbekommt, um einen Wiederaufstieg anzupeilen. Und so wird mit Spannung darauf gewartet, welches Zahlenwerk Dr. Leonhardt noch in diesem Monat verkündet.