Fußball-Regionalliga WSV: 18.000-Euro-Defizit und ein neuer Verwaltungsrat

Wuppertal · Der Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV hat auf seiner Jahreshauptversammlung im Barmer Bahnhof Berichte über eine schwere Finanzkrise dementiert und einen neuen Verwaltungsrat gewählt. Der Liveticker zum Nachlesen.

Der neue Verwaltungsrat des WSV.

Foto: Dirk Freund

Das Ende naht: Nun kommt noch der allseits beliebte Punkt „Verschiedenes“. Ludger Kineke bedankt sich für eine harmonische und ordnungsgemäße JHV. Auch Jürgen Hoß bedankt sich. Und Dirk Polick kündigt an, sich für das nächste Heimspiel etwas einfallen zu lassen. Das war es!

Das Ergebnis für die Wahl zum Verwaltungsrat: Mausbeck 61, Pagano 41, Dasberg 30, Bartsch 159, Schulz 182, Klein 160, Schitter 187, Gehrenbeck 29, Polick 164, Wimmer 153, Gläßel 155, Post 166, Mucke 204. Die fett Unterlegten, die allesamt der Gruppe um Dirk Polick angehören, sind damit gewählt. Und sie nehmen die Wahl an. (Bilder)

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WSV-Mitgliederversammlung 2026

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Weitere Berichte: Es folgen die Infos aus den Abteilungen.

Ex-Sportvorstand Thomas Richter: Er appelliert, alle Kräfte zu bündeln, um zumindest im „semiprofessionellen“ Fußball zu bleiben. Man dürfe nicht aufgeben. Aufzugeben sei kein Weg.

Anträge der Mitglieder: Sie beziehen sich auf die Entscheidung, sich von Trainer Sebastian Tyrala zu trennen (und die Transparenz danach), den potenziellen neuen Vorstand, die Planung für den Fall des Abstiegs und den langfristigen Weg des WSV. Der Verein kündigt Workshops an. Eine Teilnahme an Arbeitskreise sei möglich. Es folgen Ehrungen.

Auszählung: Jedes Mitglied darf bis zu neun Kreuze machen - nicht nur eins wie bei Brian. Es wird nun öffentlich ausgezählt.

Schließung der Gegengerade und Wahl des Verwaltungsrates: Es wird noch einmal darüber gesprochen, ob es dabei bleibt. Die Kassenprüfung ergab keine Beanstandungen. Der Vorstand wird mit großer Mehrheit entlastet – es bringt nur neun Gegenstimmen bei inzwischen 234 Stimmberechtigten. Es folgt die Wahl des Verwaltungsrates. Alle Kandidaten haben nun jeweils zwei Minuten Redezeit, um sich vorzustellen. Los geht es mit Ex-OB Andreas Mucke. Es folgen Benedikt Post, Bernd Gläßel, Christian Wimmer, Dirk Polick, Guido Gehrenbeck, Harald Lucas tritt von der Kandidatur zurück und kündigt eventuelle rechtliche Schritte an, Heimo Schitter, Jens Klein, Marc Schulz, Ralf Bartsch, Ralf Dasberg, Silvio Pagano und Uwe Mausbeck.

Der Verwaltungsratsvorsitzende Dr. Hoß: Er lobt ausdrücklich die Arbeit von Marvin Klotzkowsky, der sehr fehle, und nimmt Ex-Sportchef Gaetano Manno in Schutz. Er habe einen Kader zusammenstellen müssen unter der Prämisse, das 2025 noch acht bis zehn Spieler gut dotierte Verträge aus der Runge-Ära besaßen. Kritik übt es an Verwaltungsrat-Kandidat Dirk Polick, der hinter seinem Rücken eine neue Gruppe formiert habe. Manno habe man nach zehn Jahren "wie eine heiße Kartoffel" fallen lassen. Die Umgangsweise sei nicht in Ordnung gewesen.

Die wichtigste Aussage: Leonhardt beziffert das aktuelle Minus auf rund 18.000 Euro. Wenn man noch einmal überall einspare, könne am Ende eine 0 in der Bilanz stehen.

Die aktuelle Saison: Die Zahlen werden per Beamer gezeigt. Demnach ist der Etat für die erste Mannschaft noch einmal um 20 Prozent reduziert worden. Großsponsor EMKA hat die Zuwendungen noch einmal verringert, dafür gibt es einen neuen Trikotsponsor und höhere Sponsoringeinnahmen um rund 20 Prozent. Die Zuschauerzahlen sinken demnach ab 2016 auf 1.515 (wegen der Freikarten für Kinder und Jugendliche). Das verursacht ein Minus von rund 50.000 Euro. Sicherheitskosten und Vandalismus verursachen weitere 60.000 bis 80.000 Euro.

Kineke weiter: Die durch "einzelne Fans" verursachte Randale belastet den Verein sehr, auch finanziell. Es gehe um neue Konzepte, aber auch eine von innen greifende Regulierung der Gruppen. Kineke bestätigt, dass es für einen Abstieg in die Oberliga einsprechende Pläne gibt. Man wolle weiter im Stadion spielen, der Gelbe Sprung ist kein Thema. Das Stadion sei die "Identität" des WSV. Zumal es vielleicht durch die Projekte Bundesgartenschau und Olympia Fördermittel geben könnte.

Bericht Vorstand Ludger Kineke: Der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende räumt ein, dass der WSV nicht wirklich in der Stadt verwurzelt ist. Er äußert die Hoffnung, dass die Mitgliederversammlung auch personell etwas bewirkt, zumal es nach dem Aus von Marvin Klotzkowsky und Thomas Richter nur noch zwei Vorstandsmitglieder gibt. Als Lichtblick gibt er zu bedenken, dass es im Marketingbereich inzwischen besser laufe.

Bericht Finanzvorstand Dr. Jochen Leonhardt: 2.335 Fans kamen im Schnitt in der Saison 2024/25 zu den Spielen ins Stadion am Zoo (momentan sind es 1.919). Nun die entscheidenden Zahlen für das Jahresergebnis von Juli 2024 bis Juni 2025: Es gab ein Plus von 14.000 Euro bei einem Umsatz von 2,4 Millionen. Wichtig zu bedenken sei, dass Sponsor EMKA seine Zuwendungen vor der Saison um 80 Prozent reduziert habe. Im Bereich Merchandising habe es Zuwächse gegeben, aber auch bei den Sicherheitskosten. Leonhardt beziffert das "negative Vereinsvermögen" auf rund 1,2 Millionen Euro.

Hoß weiter: Der Verwaltungsratsvorsitzende geht davon aus, dass der WSV in der Regionalliga West den zweitgeringsten Etat hat. Für die Spieler sei nur ein "besseres Taschengeld" drin. Nun ist es bestätigt. Mit 229 anwesenden Mitgliedern ist sehr viel mehr los als zuletzt.

Auftakt: Nun geht es los. Der Verwaltungsratsvorsitzende Dr. Jürgen Hoß begrüßt die Anwesenden. Versammlungsleiter ist Jürgen Harmke. Und der stellt nun fest, dass die Versammlung beschlussfähig ist. Hoß bezeichnet die Krawalle in Büderich, Köln und Siegen als Imageschaden. Und sie torpedierten die Verhandlungen mit der Stadt über Lockerungen.

Zuspruch: Es ist gefühlt voller als in den vergangenen Jahren. Auch wohl deshalb verzögert sich der Beginn etwas.

Ankunft: Das Regionalliga-Team, das am Nachmittag ein Testspiel in den Niederlanden bestritten hatte, ist am Hans-Dietrich-Genscher-Platz in Barmen eingetroffen.

Herzlich willkommen aus dem Barmer Bahnhof: Die Mitgliederversammlung des Wuppertaler SV steht in diesem Jahr unter ganz besonderen Vorzeichen - dem drohenden Abstieg und der finanziellen Lage. Die Mitglieder erwarten vom Vorstand und Verwaltungsrat Antworten. Wir berichten hier über die Inhalte der Zusammenkunft.

(mats/jak)