Mit einem Sieg in der Kampa-Halle würden die Löwen nicht nur sich selbst helfen, sondern dem Gegner, einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, auch einen gewaltigen Dämpfer versetzen. „Es ist ein sehr wichtiges Spiel für uns“, sagt Markus Pütz, der mit Arnor Gunnarsson das Trainerduo des BHC bildet. „Besonders wird es dadurch, weil wir auf einen direkten Konkurrenten treffen.“ Das war auch vor knapp zwei Wochen so, als die Bergischen bei der HSG Wetzlar antraten und mit 29:33 scheiterten. „Diesmal wollen wir Erfolg haben.“
Die Coaches sind zuversichtlich, zumal das Team in den vergangenen Tagen eine enorme Entschlossenheit an den Tag gelegt hat. „Die Trainingswoche war gefühlt so wie die vorige – und die war auch extrem gut“, meint Arnor Gunnarsson. „Wir gehen mit einem sehr guten Gefühl in das Spiel. Man merkt, dass die Jungs bereit sind.“ Das waren sie auch am Sonntag gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Sie hielten dem nach Wetzlar gewachsenen Druck stand und setzten sich beim 30:29 (13:14) knapp durch.
Dadurch bleibt die Ausgangssituation unverändert. Denn alle drei hinter dem BHC rangierenden Vereine gewannen ebenfalls. So ist die Mannschaft (17 Punkte) vor dem 31. Spieltag Tabellen-15. mit drei Zählern Vorsprung auf die Abstiegsplätze, die von Minden (14) und Leipzig (13) belegt werden. Am rettenden Ufer dazwischen steht noch die HSG Wetzlar mit 15 Punkten. Ein Erfolg würde also zumindest den Abstand zu den Ostwestfalen drei Spieltage vor Schluss vorentscheidend vergrößern.
„Der emotionale Vorteil in einem Heimspiel liegt bei Minden“, findet Markus Pütz. „Aber wir freuen uns auch alle riesig auf das Match. Vor einem Jahr in der 2. Liga hatten wir unfassbare Unterstützung von unseren Fans. Wir hoffen, dass das auch diesmal so sein wird.“ Im Unterhaus gewann der BHC beide Duelle, das Hinspiel der beiden Aufsteiger in der Bundesliga entschied aber GWD mit 30:23 im September 2025 für sich. „Da sind wir in eigener Halle gedemütigt worden“, erinnert sich der Trainer. „Das war unsere schlechteste Saisonleistung, die sich nicht wiederholen soll.“
Seine Stärke hat GWD Minden aber nicht nur in dieser Begegnung unter Beweis gestellt. Die Ostwestfalen standen lange über dem Strich, sind erst zuletzt auf die Abstiegsplätze zurückgefallen, weil sie 13-mal in Folge sieglos blieben. Während dieser Durstrecke gelangen aber immerhin drei Unentschieden (in Hannover, in Göppingen und gegen Stuttgart). Außerdem verlor die Mannschaft viele Spiele nur hauchdünn. Gegen Hamburg hieß es 29:30, gegen Wetzlar 31:33. „Auch bei der MT Melsungen war GWD sehr lange dran“, weiß Pütz.
Am vergangenen Wochenende landeten die Mindener durch einen 32:28-Erfolg beim TBV Lemgo Lippe einen Befreiungsschlag. Der BHC will ein Nachlegen nun unbedingt verhindern, sich für die Pleite im Hinspiel revanchieren und einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen.
Während die Löwen voraussichtlich mit dem Siegerteam des vergangenen Wochenendes antreten, ist auch Minden gut besetzt. Ian Weber absolviert eine starke Saison als Spielmacher und führt die interne Bilanz mit 109 Toren und 65 Assists an. Morten Hempel Jensen überzeugte zuletzt im linken Rückraum, in dem auch der ehemalige BHCer Alexander Weck regelmäßig gesetzt ist. Kreisläufer Tom Bergner – er kommt im Sommer zum BHC zurück – hat in den jüngsten beiden Partien angeschlagen nicht mitgewirkt.