Nach dem ebenso überraschenden wie verdienten 31:30-Trumph nach Siebenmeterwerfen gegen den Favoriten SC Magdeburg gab es kein Halten mehr. Der BHC feierte mit seinen Fans ausgelassen – und auch die Anhängerinnen und Anhänger der Berliner und des TBV Lemgo waren durchaus entzückt. „Das war ganz großes Kino“, freute sich Trainer Markus Pütz.
Sein Gegenüber Bennet Wiegert zeigte sich als fairer Verlierer. „Glückwunsch an den BHC fürs Weiterkommen. Das haben sie sich bei dem Spielverlauf heute absolut verdient. Das war sehr aufopferungsvoll vom BHC – wir konnten andererseits nicht so gegenwirken, wie wir wollten“, wird der 44-Jährige auf der Vereinshomepage zitiert. (Bilder)
BHC-Pokaltriumph über Magdeburg
Bereits 2016 stand der BHC im Halbfinale, ebenfalls gegen den SC Magdeburg. Auch damals, seinerzeit noch mit dem heutigen Trainer Arnor Gunnarsson als Spieler, bot das Team eine große Show und unterlag unglücklich mit 33:36 nach Verlängerung. In der Liga musste sich der BHC vor einem Monat in Düsseldorf 25:27 geschlagen geben, hatte da die Ostdeutschen zumindest am Rande eines Punktverlustes. Nun hat es geklappt, den Favoriten vom Thron zu stoßen.
Ob dem BHC innerhalb weniger Stunden ein weiterer Kraftakt gelingt, muss sich zeigen. Die Berliner wollen den zweiten Pokalsieg nach 2014 einfahren, warnen aber: „Es wird kein leichtes Unterfangen.“ Doch egal wie das Finale ausgeht – der BHC ist schon jetzt der große Gewinner des Final Four. Er hat jede Menge Renommee eingesammelt, bundesweit positive Schlagzeilen produziert, streicht mindestens 150.000 Euro als Prämie ein (der Cup-Sieger erhält 200.000 Euro) und muss in der nächsten Saison erst im Achtelfinale in den Pokal-Wettbewerb einsteigen.
Von der Motivation im noch laufenden Abstiegskampf ganz zu schweigen. Am 26. April geht es zum Vier-Punkte-Spiel beim Tabellenvorletzten HSG Wetzlar. Daran denkt beim BHC momentan allerdings verständlicherweise noch niemand. Nun soll der nächste Coup her.