Handball-Pokalendrunde BHC: Große Bühne, Heimat und ein klares Ziel

Wuppertal / Köln · Der Handball-Bundesligist Bergischer HC trifft am Samstag (18. April 2026) um 18:45 Uhr bei der Pokalendrunde in Köln auf den Spitzenreiter SC Magdeburg.

Die BHC-Trainer Arnor Gunnarsson (li.) und Markus Pütz im neuen Trainingszentrum in Radevormwald.

Foto: Dirk Freund

Es ist schon eine besondere Situation, in der sich der BHC befindet. Einerseits ist das Haupt-Saisonziel, der Verbleib in der stärksten Handball-Liga der Welt, noch nicht beschlossene Sache. Vier Punkte liegt das Team der Trainer Arnor Gunnarsson und Markus Pütz momentan vor der Abstiegszone. Gleichzeitig misst es sich bei der Final-Four-Pokalendrunde in der Lanxess-Arena mit drei Top-Mannschaften aus dem ersten Drittel – dem SC Magdeburg (1.), den Füchsen Berlin (3.) und dem TBV Lemgo Lippe (6.).

Und so sieht der BHC den Auftritt in der längst ausverkauften Arena als Bonus. „Alle freuen sich extrem und können es kaum erwarten. Wir wollen extrem fokussiert auflaufen. Der SCM ist Stammgast in Köln, für uns ist es vielleicht ein einmaliges Erlebnis in der Karriere. Das wollen wir genießen und zeigen, was in uns steckt“, sagte Torwart Christopher Rudeck bei der Medienrunde der Handball-Bundesliga am Donnerstag. (Bilder)

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BHC trainiert nun in Rade

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Begleitet wird der Außenseiter von insgesamt 1.170 Fans, die eines der dem BHC zugeteilten Tickets ergattern konnten. Die rund 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauer fassende Arena ist an beiden Tagen restlos ausverkauft. Das Spiel um Platz drei beginnt am Sonntag um 12.45 Uhr, das Finale um 15.45 Uhr.

Etwas Besonderes ist das Final Four für Arnor Gunnarsson. Als sich der BHC zuletzt 2016 dafür qualifizierte, stand der Chefcoach noch als aktiver Spieler auf dem Parkett und verlor in einer packenden Halbfinal-Partie mit 33:36 (15:14 / 29:29) nach Verlängerung – gegen den späteren Cup-Gewinner Magdeburg.

Zuletzt trafen der BHC und der SCM am 15. März in der ausverkauften Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle aufeinander, mit dem glücklicheren Ende für die Ostdeutschen, die sich 27:25 (11:11) durchsetzten. „Wir haben einen schwierigen Halbfinal-Gegner, denn wir hatten in der Liga große Probleme mit dem BHC“, meint Magdeburgs Kapitän Christian O’Sullivan.

Wie die Endrunde auch immer ausgeht, sie ist für die Bergischen schon jetzt ein Gewinn. Selbst als Vierter fließt ein Preisgeld von 90.000 Euro in die Kasse. Der Pokalsieger erhält 200.000 Euro, die Nächstplatzierten 150.000 bzw. 120.000 Euro.

Von li.: BHC-Geschäftsführer Jörg Föste, Cluster-Manager Dennis Blaschke, Radevormwalds Bürgermeister Dejan Vujinovic und BHC-Geschäfdtsführer Philipp Tychy.

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Ein großes Problem hat der BHC ohnehin gelöst. Die Profis ziehen am 1. August in ihr neues Trainingszentrum in Radevormwald. Im „Sport + Seminarcenter (SSC)“ fehlt es den Sportlern nach Vereinsangaben „an nichts – sie werden ihre Rahmenbedingungen im Vergleich zum Leistungszentrum an der Solinger Kanalstraße sogar noch einmal verbessern“.

„Uns ist ein Riesenstein vom Herzen gefallen“, sagte BHC-Geschäftsführer Jörg Föste im Rahmen der offiziellen Verkündung. „Denn es ging um eine existenzielle Frage.“ Nachdem sich die Zeichen verdichtet hatten, dass nach knapp sechs Jahren im Leistungszentrum an der Kanalstraße keine Einigung über einen neuen Mietvertrag zu erzielen war, befand sich der BHC auf der Suche. Wuppertal und Solingen konnten nicht helfen.