Briefe von Leserinnen und Lesern „Unschuldsvermutung adé“

Wuppertal · Betr.: Artikel „KI-System soll Aufsicht in der Schwimmoper helfen“, Rundschau online am 24. April 2026

Symbolbild.

Foto: Rundschau

Für läppische 200.000 Euro soll nun eine KI die Probleme der Schwimmoper richten und damit auch die letzte Bastion der kameralosen Räume geschlossen werden. Wie wär‘s mit Duschen und Toiletten? Damit könnte bestimmt irgendwann ein Fall sexualisierter Gewalt oder Sachbeschädigung aufgeklärt werden.

Künstliche Intelligenz ist in bestimmten Fällen geeignet, routinemäßige und wiederkehrende Dinge wie eine Verkehrszählung mit einer hohen Trefferquote zu erledigen. KI ist aber keine eierlegende Wollmilchsau. Sie ist insbesondere ungeeignet, menschliches Fehlverhalten mit der absoluten Sicherheit zu erkennen.

Beispielsweise hat die Polizei in Mexiko-Stadt laut einem DLF-Bericht ihre KI auf den Müll geschmissen, nachdem die Behörden mit der Freilassung Unschuldiger mehr Aufwand hatten als ohne KI, weil diese viele Menschen mit verurteilten Verbrechern verwechselte – Unschuldsvermutung adé.

Es mag Systeme wie Palantir geben, die auf diesem Gebiet fast allwissend und damit der feuchte Traum jeden Innenministers sind. Die dafür abgerufenen Preise sind dann aber auch jenseits dessen, was sich eine Stadt Wuppertal leisten kann.

Norbert Bernhardt

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