Briefe von Leserinnen und Lesern „Man erst verstehen, bevor man staunen kann“

Wuppertal · Betr.: Besuch aus Thüringen in Wuppertal

Gina Althoff, die Enkelin des damaligen Zirkusdirektor Frank Althoff, beim Besuch des Schwebodroms mit Tuffi.

Foto: Christoph Petersen

Besuch aus Thüringen ist immer etwas Besonderes. Die sprechen schon beim Ankommen von „Bergen“ – und meinen unsere Straßen. „Hier geht’s ja nur hoch und runter!“, sagt er und bleibt erstmal stehen. Wir sagen nichts. Warten einfach ab.

Der Plan steht: Erst ins Schwebodrom, danach mit der Wuppertaler Schwebebahn durch die Stadt. „Was ist denn ein Schwebodrom?“, fragt sie. „Wirst du gleich merken“, sagen wir. Drinnen wird es plötzlich still. Bilder, Bewegung, Geschichte – und dieses leise Staunen, das man nicht planen kann. „Die fährt ja schon ewig…“ „Und immer noch.“

Man sieht es ihnen an: Da passiert gerade was im Kopf. So ein leises Aha. Dann raus. Station. Einsteigen. Die Bahn kommt. Nicht laut. Nicht wichtig. Einfach da. (Bilder)

Bilder: Tuffi-Bilder im Wuppertaler „Schwebodrom“
12 Bilder

Tuffi-Bilder im „Schwebodrom“

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Foto: Christoph Petersen

„Die hängt ja wirklich!“, sagt er wieder. Diesmal glaubt er es selbst. Die Wupper unter uns. Die Stadt zieht vorbei, als hätte sie es eilig. Und wir mittendrin. „Schon verrückt“, sagt sie leise. „Dass man einfach so durch die Luft fährt.“

Wir nicken. Und denken: Manchmal muss man erst verstehen, bevor man staunen kann.

Karin Schwertner

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