„Dienstschluss bei der Führerscheinstelle“: In Anlehnung an den Buchtitel unseres ehemaligen Oberbürgermeisters Schneidewind, in dem er an Beispielen aufzeigt, warum der Stadtwandel stockt, möchte ich folgende Ergänzung anfügen.
Am 20. Februar wurde meiner Frau in Düsseldorf das Portemonnaie gestohlen. Neben Personalausweis, Debit- und Kreditkarte wurde auch der Führerschein entwendet. Der Diebstahl wurde unmittelbar danach von der Polizei aufgenommen.
Für die drei erstgenannten Karten konnten wir Ersatz bekommen. Leider ist das im Falle des Führerscheins anscheinend nicht möglich. Bei der Führerscheinstelle des Straßenverkehrsamtes ist kein Termin zu bekommen. Angeblich soll man morgens zwischen 7 und 8 Uhr freigewordene Termine online buchen können. Das ist uns aber trotz zahlreicher Versuche (mindestens 50) bislang nicht gelungen. Es kommt stets die Meldung „Keine freien Termine“ – und das für die kommenden vier Wochen.
Auch eine E-Mail-Nachfrage und ein telefonischer Kontakt mit dem Servicebüro blieben ohne Erfolg. Ein Schreiben an die Oberbürgermeisterin wurde anscheinend ignoriert und blieb unbeantwortet. Ein weiterer Versuch, vorbei an den fünf Mitarbeitern vom Sicherheitsdienst, zum Straßenverkehrsamt zu kommen, scheiterte ebenfalls. Im Wartebereich der Führerscheinstelle war seltsamerweise kein einziger Stuhl besetzt, ebenso unbesetzt waren einzelne Serviceschalter. Von dem mit viel Geld herausgeputzten neuen Domizil des Straßenverkehrsamtes hatten wir uns mehr Bürgernähe und besseren Service versprochen.
Wie kann es sein, dass die Verwaltung der Stadt Wuppertal nicht in der Lage ist, den Bürgern einen angemessenen und zumutbaren Service zu bieten? Wieso scheint es dieses Problem in manch anderen Städten nicht zu geben? Was können politisch Verantwortliche hier tun, damit sich dieser Zustand bessert? Wie oft müssen wir noch um 7 Uhr vor dem Computer sitzen und auf einen Glückstreffer warten? Allerdings: Beinahe wäre es uns einmal gelungen; aber nachdem die erforderlichen Angaben eingetippt waren, war der Termin schon wieder vergeben.
Oder sollen wir der Schwebebahnstadt Wuppertal den Rücken kehren, damit es mit dem Ersatzführerschein klappt? Dabei haben wir gerade mit „Ja“ für die Olympiabewerbung gestimmt. Möglicherweise werden die Stimmzettel ja gerade in der Führerscheinstelle ausgezählt.
Norbert Schröder
● Leserbrief an die Wuppertaler Rundschau: [email protected]
● Zu den Rundschau-Leserbriefen: hier klicken!
● Allgemeine Hinweise zur Veröffentlichung: hier klicken!