Stadt unterstützt Projekt Ottenbrucher Bahnhof: Wende nach Besitzerwechsel

Wuppertal · Am Ottenbrucher Bahnhof tut sich wieder etwas – endlich! Der prägnante Komplex an der Nordbahntrasse hat einen neuen Eigentümer, der die jahrelange Hängepartie rund um den denkmalgeschützten Bau beenden will.

Der aktuell noch wenig erbauliche Anblick des Ottenbrucher Bahnhofs von der Trasse aus soll bald Geschichte sein.

Foto: Wuppertaler Rundschau/rt

Es handelt sich um den bekannten Elberfelder Immobilienunternehmer Georgios Toussis und seine Firma Scheu Invest, der schon für nächstes Frühjahr den Abschluss der Sanierung anpeilt.

Im Gespräch mit der Rundschau bestätigen Toussis und der vorherige Eigentümer Hermann-Josef Hoppe den Besitzerwechsel. Hoppe kam bekanntlich wegen einer Kontroverse mit der Stadt in Sachen Denkmalschutz mit der Renovierung der einstigen Kult-Kneipe im Erdgeschoss, des benachbarten Veranstaltungsraums und der Wohnungen im Obergeschoss nicht voran. Mit 83 Jahren wolle er sich nicht noch mit Verwaltungs- und Gerichtsverfahren beschäftigen, so Hoppe über seinen jetzt erfolgten Ausstieg.

Für den selbst in der Nachbarschaft am Katernberg heimischen Käufer Georgios Toussis ist die Wiederbelebung des Ottenbrucher Bahnhofs eine Herzensangelegenheit. Schon früher habe er sich für das Gebäude interessiert, sei seinerzeit aber mit anderen Projekten ausgelastet gewesen. Immerhin ist Toussis als Geschäftsführer von Scheu Immobilien und Scheu Invest speziell in der Elberfelder City vielfältig engagiert, besitzt zahlreiche Objekte an der Herzogstraße sowie das ehemalige Dresdner-Bank-Gebäude am Neumarkt – und hat dank der darin angesiedelten Lokale reichlich Erfahrung mit Gastronomiekonzepten. Entsprechend soll auch im Ottenbrucher Bahnhof dann ein Nachfolger der einst hier heimischen Kult-Kneipe von Jette Müller einziehen.

„Die Gespräche mit der Stadt über die Sanierung laufen sehr gut“, betont Toussis mit Blick auf den für seinen Vorgänger so neuralgischen Punkt und hofft auf schnelle Fortschritte bei der Sanierung. Im März 2027, so die Prognose, könnten die Arbeiten bereits abgeschlossen sein. Die guten Gespräche bestätigt auch Jochen Braun, als Ressortleiter Bauen und Wohnen für das Thema Denkmalschutz zuständig. Nach seinen Angaben befindet sich die Stadt bereits in engem Austausch mit dem neuen Eigentümer.

Viele grundlegende Informationen zum Gebäude und zu den denkmalrechtlichen Rahmenbedingungen lägen bereits vor, auch wenn sich das aktuelle Konzept in Details von den früheren Planungen unterscheide. Braun zeigt sich optimistisch, dass die eigentlichen Bauarbeiten zeitnah beginnen können. Einige Maßnahmen würden bereits jetzt ermöglicht, etwa Arbeiten zum Schutz des Gebäudes vor Witterungsschäden oder Vandalismus. Ziel sei es, gemeinsam möglichst schnell Lösungen für die weitere Sanierung zu finden.

Toussis habe sich bereits bei Nachbarn und Gewerbetreibenden vorgestellt. Große Erwartungen gibt es insbesondere beim Betreiber des benachbarten „Trassengartens“. Dort wird der Eigentümerwechsel positiv aufgenommen. Die Wiederbelebung des Bahnhofs sei ein Gewinn für die gesamte Nordbahntrasse und das Quartier. Von Konkurrenz sei keine Rede – vielmehr wird eine attraktive Nutzung des Gebäudes als Bereicherung gesehen.

Die neue Perspektive für das leer stehende Ensemble dürfte auch Nachbarn und Trassenbenutzer glücklich machen, die seit einer gefühlten Ewigkeit mit dem Leerstand und Verfall des Denkmals in prominenter Lage leben müssen. Ende 2017 hatte Wirtin Jette Müller (2022 verstorben) die als Kneipenrestaurant und Musikbühne geschätzte Location aufgegeben. Damit begann der Dornröschenschlaf des Bahnhofs, der jetzt beste Aussichten hat, wachgeküsst zu werden.