„Die Offene Ganztagsschule ist ein zentraler Bildungs- und Entwicklungsort für insbesondere Kinder, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft besondere Unterstützung benötigen“, sagt Oberbürgermeisterin Miriam Scherff. „Hier werden grundlegende Kompetenzen gefördert, die für den schulischen Erfolg entscheidend sind. Daher freue ich mich, dass wir die Startchancen-Schulen jetzt zusätzlich mit Mitteln der Stadt unterstützen können. Denn soziale Herkunft darf nicht über den Bildungserfolg der Kinder bestimmen!“
„Die Offene Ganztagsschule vermittelt den Kindern Basis- und Sozialkompetenzen, individuelles Lernen und Stärkung der Selbstwirksamkeit. Damit ist sie einer der wichtigsten Orte, an dem die Ziele des Programms praktisch umgesetzt werden“, erläutert Bildungsdezernentin Annette Berg. „Die Erhöhung des kommunalen Beitrags um 5.000 Euro je OGS-Gruppe an Startchancen-Schulen ist daher eine gezielte Investition in die Bildungsförderung von Kindern, die strukturell benachteiligt sind.“
Die Schulen, die in das Startchancen-Programm aufgenommen wurden, haben einen hohen Anteil mehrsprachig aufwachsender Kinder, verstärkte sozialpädagogische Unterstützungsbedarfe, einen hohen Anteil an Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und viele Kinder, „die aus herausfordernden familiären Lebenslagen kommen. Hier übernimmt die Offene Ganztagsschule eine zentrale Rolle als Bildungs- und Förderort. Sie stärkt grundlegende Lern-, Sprach- und Sozialkompetenzen, bietet individuelle Unterstützung und schafft stabile Tagesstrukturen, die Kindern mit besonderen Herausforderungen zugutekommen.
Aktuell werden in Wuppertal 28 Startchancen-Schulen durch OGS-Gruppen im Nachmittag begleitet. Das entspricht rund 150 OGS-Gruppen. Die Kinder an diesen Standorten benötigen überdurchschnittlich intensive Förderung in Sprache und Kommunikation, Lernorganisation und Lernstrategien, sozial-emotionaler Entwicklung, sozialer Teilhabe und Konfliktfähigkeit und stabilisierenden Alltagsstrukturen.
Die Landeszuwendung steigt zwar, reicht aber nicht für die besonderen Bedarfe an Startchancenschulen mit ihren sozialpädagogischen Zusatzanforderungen. Die jährlichen Anpassungen des Landes bilden die tatsächliche Kostenentwicklung in der OGS nicht ab. Ein großer Ausgabenanteil an der OGS entfällt auf das pädagogische Personal. Diese Kosten steigen seit Jahren spürbar an“, so die Verwaltung.
An Startchancenschulen benötigen die Gruppen deutlich mehr pädagogische Präsenz, Lernzeitbegleitung, Kleingruppenangebote, sozialpädagogische Unterstützung, Sprachförderung und stabilisierende Strukturen. Das heißt: Die Gruppen sind pädagogisch anspruchsvoller, werden aber mit denselben Landesmitteln ausgestattet wie Gruppen an Schulen ohne besondere Belastungen. Damit entsteht eine strukturell wachsende Finanzierungslücke gerade dort, wo der Bedarf am höchsten ist.
Mit der Unterstützung der Stadt sollen die OGS-Gruppen an Startchancenschulen finanziell so gestärkt werden, dass nachhaltige Bildungsförderung sichergestellt werden und qualifiziertes Personal eingesetzt werden kann, individuelle Lernförderung und Sprachbildung gestärkt und die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder begleitet wird und verlässliche Gruppenstrukturen gesichert werden – alles mit dem Ziel, die soziale Herkunft vom Bildungserfolg zu entkoppeln. Dafür wird der freiwillige kommunale Beitrag jährlich um 5.000 Euro pro OGS-Gruppe an Startchancen-Schulen erhöht.