Gegenüber der Rundschau erklärte er, bereits zahlreiche Unterlagen eingereicht und weitere Gutachten auf den Weg gebracht zu haben. Einen Abriss seines Hauses hält er weiterhin für unnötig.
Rogge zufolge wurde bereits zum 1. Juni ein Sanierungs- und Sicherungskonzept bei der Stadt eingereicht. Inzwischen seien weitere Ergänzungen erfolgt, die die Stadt gefordert hatte. Auch ein Fachanwalt sei von Rogge eingeschaltet worden, um die angekündigte Ordnungsverfügung rechtlich zu prüfen.
Für die kommenden Tage seien zusätzliche geologische Untersuchungen geplant. Durch sogenannte Rammsondierungen solle geklärt werden, wie sich der Untergrund unter dem Gebäude verhält und welche Auswirkungen die geplanten Sicherungsmaßnahmen haben könnten.
„Es wird keinen Abriss geben“, zeigt sich Rogge überzeugt. Die Schäden beträfen nach seiner Darstellung nicht das Gebäude selbst, sondern eine Unterspülung im Bereich des Fundaments. Im Inneren des Hauses gebe es ausdrücklich weder Risse an den Wänden, noch klemmende Türen oder beschädigte Fliesen. Geplant sei, die entstandenen Hohlräume im Keller schrittweise mit Spezialmaterial zu verfüllen und so das Fundament zu stabilisieren.
Die Stadt hält trotz der angekündigten weiteren Untersuchungen an ihrer grundsätzlichen Einschätzung fest. Nach Angaben von Stadtsprecher Thomas Eiting muss der Eigentümer nachweisen, dass die geplanten Sicherungsmaßnahmen dauerhaft funktionieren und die Standsicherheit des Gebäudes langfristig gewährleistet werden kann. Für die Verwaltung sei der Abriss weiterhin die bevorzugte Lösung.
„Seit Beginn des Problems haben wir kommuniziert, dass für uns der Abriss des Gebäudes die einzige vernünftige Lösung ist“, sagt Eiting. Die Stadt betrachte das Gebäude als wirtschaftlichen Totalschaden: „Der Aufwand, das zu reparieren, steht vermutlich in keinem Verhältnis zu dem Ergebnis, das ich am Ende bekomme.“ Letztlich liege die Entscheidung jedoch beim Eigentümer. „Wenn er in der Lage ist, das Gebäude zu erhalten und die Maßnahmen zu finanzieren, darf er das natürlich machen“, so Thomas Eiting.
Die öffentliche Darstellung und die Gespräche mit der Verwaltung bewertet Rogge ambivalent: Während ihn die Ankündigung einer Abrissfrist in der Pressemitteilung nach eigenen Angaben überrascht habe, beschreibt er die anschließenden Telefonate mit Mitarbeitern der Stadt als sachlich und verständnisvoll. Dabei sei auch über seine persönliche Situation gesprochen worden. Seit mehreren Wochen kann der Eigentümer sein Haus nicht betreten. Das erschwere auch seine berufliche Tätigkeit als Selbstständiger erheblich.
Mit Sorge blickt Rogge auch auf seine Mieter im Haus Nr. 282. Die Familie mit zwei Kindern musste ihre Wohnung ebenfalls verlassen und kann nicht in ihr Zuhause zurückkehren. Während sich die öffentliche Diskussion vor allem um Rogges beschädigtes Haus Nr. 280 drehe, gerate die Situation der betroffenen Familie aus seiner Sicht zunehmend in den Hintergrund. Sowohl Eigentümer als auch Mieter seien seit Wochen von ihren Wohnungen abgeschnitten und hätten nur eingeschränkten Zugriff auf persönliche Gegenstände, Unterlagen und Teile ihres Alltags.
Die Stadt verweist in diesem Zusammenhang auf ihre Unterstützungsangebote. Für Menschen, die aufgrund solcher Gefahrenlagen ihre Wohnung verlassen müssen, gebe es eine städtische Notanlaufstelle, die unter anderem bei der Suche nach Ersatzwohnraum helfen könne. Nach Angaben von Eiting sei bislang jedoch kein entsprechender Antrag an die Stadt herangetragen worden. Rogge hält dagegen, dass die Betroffenen seit Wochen in einer Ausnahmesituation lebten. Aus seiner Sicht hätte die Stadt selbst aktiver auf die betroffenen Bewohner zugehen können.
Für die Stadt steht neben der Zukunft des Gebäudes auch die Wiederfreigabe des Wiedener Kreuzes im Fokus: Sie habe eine hohe Bedeutung für den Verkehrsfluss. „Wir würden die Kreuzung am liebsten gestern wieder freigeben“, so Thomas Eiting. Ziel sei es, die Einschränkungen für Anwohner und Verkehrsteilnehmer so schnell wie möglich zu beenden.
Als Ursache der Probleme sieht Rogge weiterhin nicht sein eigenes Grundstück. Vielmehr vermutet er einen Zusammenhang mit der Entwässerungssituation im Bereich der Düsseldorfer Straße. Diese Frage müsse jedoch noch abschließend geklärt werden.