Seit der Sperrung aufgrund eines einsturzgefährdeten Gebäudes ist die Verkehrsführung nur eingeschränkt möglich. Insbesondere bleibt die Ausfahrt aus der Wiedener Straße weiterhin gesperrt. Diese Regelung führt täglich dazu, dass zahlreiche Autofahrer bewusst entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung durch die Engstelle fahren, um erhebliche Umwege zu vermeiden.
Ich bin dort mehrmals wöchentlich unterwegs und häufig mit meinem anderthalbjährigen Sohn vor Ort. Dabei beobachte ich regelmäßig gefährliche Situationen. Fußgänger überqueren die Straße bei Grün, gleichzeitig fahren Fahrzeuge entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung durch die Engstelle. Erst am 28. Juli fuhr ich ordnungsgemäß bei grüner Ampel in die Wiedener Straße ein, als mir plötzlich ein Fahrzeug entgegenkam, das dort überhaupt nicht hätte fahren dürfen. Statt Einsicht wurde ich von der Fahrerin noch beleidigt und zum Ausweichen aufgefordert.
Bereits am 28. Juni habe ich die Oberbürgermeisterin schriftlich auf diese Gefahren hingewiesen und konkrete Lösungsvorschläge unterbreitet. Am 9. Juli erhielt ich aus ihrem Büro die Zusage, dass mein Schreiben an das zuständige Fachamt weitergeleitet werde und ich eine Rückmeldung erhalten würde. Bis heute ist jedoch keinerlei Antwort eingegangen.
Inzwischen wurde zwar ein Blitzer aufgestellt. Nach meiner Beobachtung löst dieser jedoch bei Fahrzeugen, die die Engstelle in Schrittgeschwindigkeit entgegen der Fahrtrichtung befahren, häufig nicht aus. Die eigentliche Problematik besteht daher unverändert fort.
Besonders unverständlich ist für mich die derzeitige Argumentation der Stadt. Nach den öffentlichen Mitteilungen der Stadt gelten die öffentlichen Straßen und Gehwege als standsicher. Gleichzeitig darf der Eigentümer des betroffenen Gebäudes nach meinem Kenntnisstand Sicherungsarbeiten durchführen und sich auf seinem Grundstück aufhalten. Für mich stellt sich daher die berechtigte Frage, weshalb die bestehende Verkehrsregelung seit Monaten unverändert bestehen bleibt und keine praktikable Übergangslösung geschaffen wird.
Aus meiner Sicht wäre eine beidseitige Verkehrsführung mit einer entsprechend angepassten Baustellenampel technisch ohne Weiteres möglich. Stattdessen wird eine Situation hingenommen, in der täglich zahlreiche Verkehrsteilnehmer die Einbahnregelung missachten und dadurch sich selbst sowie andere erheblich gefährden.
Ich wünsche mir keine Schuldzuweisungen, sondern eine sachgerechte und sichere Lösung. Stattdessen habe ich den Eindruck, dass die Situation seit Monaten verwaltet wird, ohne die tatsächlichen Auswirkungen vor Ort ausreichend zu berücksichtigen.
Michele Brischke
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