Briefe von Leserinnen und Lesern „Durch ein besseren Plan B ersetzen“

Wuppertal · Betr.: „Sieht’s so bald an der Königshöhe aus?“, Rundschau vom 11. Juli 2026

Der Siegerentwurf des VDI-Wettbewerbs von Studenten aus Wien.

Foto: Simon Berger, Elias Walder, Emanuel Aigner

Beim Blick auf die vorgestellten Entwürfe zur BUGA-Hängebrücke frage ich mich ernsthaft: Soll die Königshöhe wirklich so aussehen? Ich hoffe sehr, dass dieser Fiebertraum nicht Realität wird. Weder ein „Technikgebäude“ noch der Brückenkörper selbst haben in dieser Form etwas im Wald zu suchen. Von einer sensiblen Einfügung in die Natur kann – nach den bisher gezeigten Visualisierungen – keine Rede sein.

Auffällig ist zudem die Wettbewerbsanlage: Wenn das Preisgeld bei 2.000 Euro liegt, überrascht zwar die hohe Beteiligung Studierender, doch der enorme Aufwand für tragfähige Modelle und durchdachte Konzepte wird damit kaum angemessen gewürdigt.

Problematischer erscheint mir allerdings, dass der Wettbewerb auf Annahmen fußt, die so gar nicht umsetzbar sind: Von Wohnbebauung ist im Bebauungsplan keine Rede; „Urban Mining“ mit Solar-Decathlon-Häusern ist für ein Technikgebäude faktisch vom Tisch. Das Ganze wirkt eher wie ein fiktiver Schaukasten zur Eigenwerbung von VDI und BUGA als wie ein ernsthaft belastbarer Planungsbeitrag.

Auch technische Details geben Anlass zur Skepsis: Eine nach Norden ausgerichtete PV-Anlage erschließt sich mir weder energetisch noch gestalterisch. Warum wird hier nicht konsequent auf funktionale, naturschonende und regelkonforme Lösungen gesetzt? Qualität zeigt sich nicht in großen Gesten, sondern in nachvollziehbaren, genehmigungsfähigen und landschaftsverträglichen Details.

Die Königshöhe ist ein Naturraum von hohem Wert – ökologisch wie für die Erholung. Eingriffe dieser Größenordnung müssen sich am Bestand messen lassen, an Planrecht, an Klimaschutz und am Respekt vor dem Wald. Ich wünsche mir eine BUGA, die diese Maßstäbe ernst nimmt, statt sie mit ikonischen Bildern zu überblenden.

Und ich hoffe, dass sich die „Ideen-Übernahmen“ aus diesem Wettbewerb auf das Beste beschränken – und nicht auf das Lauteste. Das wäre, die Seilbahn und Hängebrücke endlich durch ein besseren Plan B zu ersetzen.

Ulrich Schmidt

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