Ich frage mich, wer in der Verwaltung oder im Rat auf solch glorreiche Ideen kommt. Jeder, wirklich jeder weiß und sieht, dass die Stadt mit ihren bisherigen Aufgaben nicht mehr zurechtkommt. Viele öffentliche Gebäude haben ihre besten Tage längst hinter sich, müssten renoviert oder abgerissen werden. Aber weil das Geld fehlt, passiert nichts.
Woher soll das Geld auch kommen? Die Gewerbesteuereinnahmen sinken weiter, weil die Stadt das Gewerbe vertreibt. Scheinbar brauchen wir auch keine Geschäfte mehr, weil wir nichts mehr kaufen, zumindest nicht in der Stadt.
Warum findet sich kein Investor, der dort ein Wohnhaus, Altenheim oder auch ein Haus für „gemeinschaftliches Wohnen“ baut? Wurde überhaupt gesucht? Das jetzige Gebäude ist weder besonders schön noch zweckmäßig. Es wurde als Kaufhaus geplant und gebaut, und für nichts anderes ist es sinnvoll und kostengünstig nutzbar. Eine Stadtbibliothek haben wir. Gebäude für Erwachsenenbildung haben wir auch. All diese Gebäude sind in einem eher schlechteren Zustand.
Alle Projekte der Stadt der letzten Jahrzehnte waren Miseren. Wenn die Stadt das Kaufhof-Gebäude übernimmt, wird der Umbau exorbitant teuer, er wird länger dauern als vorher veranschlagt und es wird Baumängel geben, die dann über Monate oder gar Jahre nachgebessert werden müssen. Und die Verantwortung wird wieder niemand tragen. Siehe Döppersberg.
Eckhard Rinke
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