Die jüngsten Äußerungen der Wuppertaler CDU zum Wiedener Kreuz kommen reichlich spät. Nach Monaten der Belastungen für Anwohner, Unternehmen, Landwirte und Pendler werden nun „mehr Transparenz“ und „weitere Lösungsansätze“ gefordert. Doch genau daran hat es von Anfang an gefehlt.
Besonders schwer wiegt der Umgang mit den unmittelbar Betroffenen. Wenn Eigentümer durch Planungs- und Infrastrukturmaßnahmen um ihre Existenz fürchten müssen, hohe finanzielle Lasten tragen sollen oder sogar der Verlust des eigenen Hauses im Raum steht, dann handelt es sich nicht mehr um ein gewöhnliches Verkehrsproblem. Hier geht es um Eigentumsschutz, Verhältnismäßigkeit und die Verantwortung öffentlicher Stellen.
Der Eindruck drängt sich auf, dass Stadtverwaltung, Wuppertaler Stadtwerke und die Kommunalpolitik zu lange nebeneinander statt miteinander gearbeitet haben. Die Folgen tragen nun die Bürger. Informationsdefizite, fehlende Transparenz und das Ausbleiben frühzeitiger Beteiligung haben Vertrauen verspielt.
Eine moderne Verwaltung muss Probleme nicht nur verwalten, sondern lösen. Dazu gehört eine offene Kommunikation, die ernsthafte Prüfung aller Alternativen und die Bereitschaft, Fehlentwicklungen einzugestehen. Wer von den Bürgern Akzeptanz erwartet, muss sie frühzeitig beteiligen – und darf sie nicht erst anhören, wenn die Entscheidungen faktisch längst gefallen sind.
Timo Ertel
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