„Die Wasserführung der Wupper liegt somit um knapp 15 Prozent unter dem sonst üblichen Mindestpegel. Das entspricht einem Wasserstand von rund 18 Zentimetern statt rund 21 Zentimetern an diesem Pegel. Diese Reduzierung ist zunächst für den Zeitraum bis 30. September 2026 vorgesehen“, heißt es.
Das aktuelle Wasserwirtschaftsjahr 2026 ist im Wuppergebiet sei derzeit „deutlich zu trocken“: „An der Referenzmessstelle Bever-Talsperre lagen sieben Monate deutlich unter dem Durchschnitt. Die bisherige Jahressumme liegt zum jetzigen Zeitpunkt um ein Drittel unter dem langjährigen Mittel.“
Die Brauchwassertalsperren sorgen dafür, dass die Flüsse ein Mindestmaß an Wasser zur Verfügung haben. „Die Brauchwassertalsperren haben in den letzten Monaten die Wupper bereits an 111 Tagen mit insgesamt 29 Millionen Kubikmetern Wasser unterstützt. Dadurch ist der Wasservorrat inzwischen gesunken und liegt bei 33 Prozent in der Wupper-Talsperre und 66 Prozent in der Bever-Talsperre“, so der Wupperverband.
Man habe die Maßnahme in Absprache mit der Bezirksregierung getroffen, um für die kommende Monaten vorzubeugen, falls „weiterhin kein ergiebiger Regen fällt“. Man halte die Auswirkungen kontinuierlich im Blick.
„In Trockenzeiten unterstützen die Brauchwassertalsperren – Wupper-, Bever-, Brucher- und Lingese-Talsperre – die Wupper mit Talsperrenwasser. Sie sorgen dafür, dass die Wupper einen Mindestwasserstand hat und nicht austrocknet. Außerdem wird mit dem Talsperrenwasser eine gute Durchmischung in der Wupper gewährleistet, in die unter anderem auch das in den Kläranlagen gereinigte Abwasser abgegeben wird“, erklärt der Verband. „Die Niedrigwasseraufhöhung durch die Talsperren ist daher eine wichtige Stütze des Ökosystems Wupper. Außerdem dienen die Talsperren dem Hochwasserschutz.“
Der Wupperverband betreibt drei Trinkwassertalsperren und stellt daraus Rohwasser für die Trinkwasseraufbereitung bereit. Die Herbringhauser Talsperre ist demnach aktuell zu 88 Prozent gefüllt, die Kerspe-Talsperre zu 77 Prozent. Die Große-Dhünn-Talsperre erfüllt mehrere Aufgaben gleichzeitig: Rohwasserbereitstellung, Niedrigwasseraufhöhung der Dhünn und Hochwasserschutz. Ihre Hauptsperre umfasst derzeit 46 Prozent.
Um den Wasservorrat der Großen Dhünn-Talsperre zu schonen, hat der Wupperverband nach eigenen Angaben „seit März 2026 die Niedrigwasserabgabe an die Dhünn maßvoll reduziert von 1.000 Liter pro Sekunde auf 700 Liter pro Sekunde am Pegel in Leverkusen. Seit April 2026 haben zudem die Wasserversorger die Nutzung der Talsperre reduziert und nehmen andere Rohwasserquellen stärker in Anspruch.“
In den Monaten seit Anfang November 2025 gab es im Wuppergebiet an der Messstelle Bever-Talsperre nur einen sehr nassen Monat (Februar 2026) und einen etwa durchschnittlichen Monat (Mai 2026): „Alle anderen Monate waren entweder sehr trocken oder sogar extrem trocken. Aktuell liegt die Jahresniederschlagsmenge für das Wasserwirtschaftsjahr (1. November 2025 bis 31. Oktober 2026) an der Messstelle Bever-Talsperre mit 643 Litern pro Quadratmeter deutlich unter dem Durchschnitt von 988 Litern für diesen Zeitraum. Es sind bislang also nur zwei Drittel der durchschnittlichen Regenmenge gefallen.“