Sehr geehrter Herr van der Mey, Wuppertaler Bürger, denen unsere Stadt am Herzen liegt, werden alle in Ihrem Leserbrief aufgeführten Punkte ohne Zögern unterschreiben. Sie sprechen viele Probleme an, die seit Langem bekannt sind, aber diejenigen, die diese angehen könnten, tun das nicht, obwohl es von Amts wegen ihre Pflicht ist und sie dafür entlohnt werden.
Die Rede ist nicht von Firmenbesitzern, Unternehmern, Gewerbetreibenden- angesprochen sind Politiker und Verwaltungsleute im Rathaus, die Verzagten, die Zauderer, die Bremser, die die Ideen und Steilvorlagen der Erstgenannten zu selten aufgreifen, die nicht ausreichend genug handeln und Verantwortung und Zuständigkeit auf Andere schieben. Vermutung: Sie wollen (vielleicht), aber sie können es nicht.
Es ist aber auch eine Mammutaufgabe, und hier und im gesamten Land tritt mit erschreckender Deutlichkeit zutage, was leider im letzten Vierteljahrhundert versäumt und in den Sand gesetzt wurde.
Trotz aller Ansagen aus dem Rathaus, wie toll die Stadt doch sei, was alles gut laufe usw. – die Bürger unserer Stadt erleben dauernd, wieviel nicht oder nur schleppend funktioniert. Beispiele? Rufen Sie eine offizielle Stelle an; oft bleibt der Hörer auf der Gabel. Schreiben Sie an ein Amt; die Antwort kommt unter Umständen irgendwann, aber nicht schnell. Erleben Sie im Stadtgebiet Absperrungen und personallose Baustellen, sodass der Verkehr be- oder verhindert wird. Ordnungswidrigkeiten jederzeit und überall; das Ordnungsamt ist immer anderswo. Und, und, und ...
Gründe seitens der Politik und der Verwaltung für diese Zustände: Bürokratie (ist nicht die Politik dafür verantwortlich?), Facharbeitermangel (gibt es den wirklich?), Arbeitsüberlastung (vielleicht ist ihre Organisation verbesserungswürdig?).
Sie sprechen andere Städte an, in denen es besser läuft als hier. Nun, das ist nicht schwer. Richtig ist Ihre Aussage, Wuppertal habe die Möglichkeiten, den wirtschaftlichen Wandel herbeizuführen – und ich bin sicher, die Situation besserte sich, hätten die Rathäusler die Energie und den Mut zum Anpacken. Eine Illusion?
All diejenigen Entscheidungsträger, die sich in den dauernd in Wuppertal stattfindenden Diskussionsrunden, Foren, Versammlungen, Sitzungen und Gesprächsrunden tummeln und regelmäßig ergebnislos dieselben Fragen nicht beantworten und nur fordern, vorschlagen, wollen etc. und genau wissen, was zu tun ist („Wir müssen“), sollten einfach ihre Arbeitszeit sinnvoll dahingehend nutzen, zumindest zu versuchen, die Probleme, die künftig nicht weniger werden, anzugehen.
Wäre das nicht ein Anfang?
Frank Khan
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