Briefe von Leserinnen und Lesern „Dürften dann kaum noch zu löschen sein“

Wuppertal · Betr.: Zustand des Waldstückes Friedenshöhe, offener Brief an Oberbürgermeisterin Miriam Scherff

Symbolbild.

Foto: Rundschau

Der voranschreitende Klimawandel beschert Deutschland wieder einmal einen sehr heißen und sehr trockenen Sommer, Umstände, von denen auch unsere Stadt betroffen ist. Gleichzeitig verfügt Wuppertal über ein wichtiges Kapital, dass die Hitzefolgen deutlich dämpfen kann: seine ausgedehnten Wälder, zahlreichen Parkanlagen und Straßenbegrünungen. Als Anwohner des Waldstückes an der Friedenshöhe bin ich sehr dankbar über die hitzedämpfende Wirkung sowie die Sport- und Erholungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe.

Bereits vor einigen Jahren fiel mir auf, dass das Waldstück nicht mehr von umgestürzten oder gefällten Bäumen, Ästen und strauchartigem Totholz gereinigt wird. Ich bin automatisch davon ausgegangen, dass dies wohl Folge eines veränderten, ökologischen Bewirtschaftungskonzeptes ist. Insofern hat es mich auch nicht gestört. Über die Jahre hat sich inzwischen allerdings eine sehr große Menge an Totholz auf dem Boden angesammelt, bis hin zu kompletten, trocken rest-belaubten Baumkronen.

Rein optisch wirkt der schöne Wald inzwischen ein wenig verwahrlost. Weiterhin stehen im Wald inzwischen zahlreiche komplett abgestorbene Bäume, von denen der ein oder andere immer wieder bei Stürmen umfällt, dabei häufig auch gesunde Bäume beschädigt (und natürlich auch eine Gefahr, viel Spaziergänge darstellt).

In diesem Jahr wurden auch die Spazierwege nicht mehr von großen, umgestürzten Bäumen befreit. Mich persönlich stört das nicht weiter, da ich diese Hindernisse leicht überwinden kann – für ältere, weniger mobile Menschen mag das anders aussehen.

Ernsthafte Zweifel an der an die Qualität der Waldbewirtschaftung kamen mir erstmalig in dieser Woche, als ich am Rande eines Weges auf eine frische Brandspur stieß. Den Spuren nach scheint ein circa fünf bis acht Meter hoher, abgestorbener, trockener Baumstamm Feuer gefangen zu haben: Große Stücke des Stammes sind tiefschwarz verkohlt. Das Feuer scheint auf eine benachbarte, bis dahin gesunde Buche übergegriffen zu haben, deren unterer Stamm ebenfalls ausgedehnte schwarze Brandspuren aufweist und deren untere Blätter vertrocknet sind. Der tote Baum, der offensichtlich als Erstes Feuer gefangen hatte, war im Zuge der Löscharbeiten gefällt worden. Die zum Teil schwarz verkohlten Reste liegen nun auf dem vorbeiführenden Pfad.

Auch wenn die Zahl der Menschen, die meinen, in Wäldern rauchen zu müssen, in den letzten Jahren glücklicherweise erheblich abgenommen hat, trifft man immer wieder auch rauchende Zeitgenossen. Insofern scheint dem Ansehen nach die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Feuer wohl durch einen unachtsam weggeworfenen Zigarettenrest angefacht wurde.

Wenn es nun so sein sollte, dass ein noch aufrecht stehender Baumstamm durch Unachtsamkeit entflammt werden kann, dann gilt das wohl erst recht für die jetzt auf dem Weg zurückgebliebenen trockenen Baumreste. Und natürlich auch für jedes andere Stück Trockenholz, das fast den kompletten Wald dicht überzieht.

Nach meinem – zugegeben nicht fachmännischen – Dafürhalten besteht in der augenblicklichen Situation ein erhebliches Risiko, dass der Wald mit seinem alten Baumbestand durch einen Brand komplett vernichtet oder zumindest stark geschädigt wird. Aufgrund der großen Mengen trockenen Totholzes und Gebüschs können sich Brandherde bei entsprechenden Windverhältnissen innerhalb kurzer Zeit massiv ausdehnen und finden schon am Boden sehr viel trockene Nahrung, so dass sie dann kaum noch zu löschen sein dürften.

Michael van Brederode

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