Irgendwie hatte ich beim Lesen des Leserbriefes von Peter Wegner das Gefühl, dass in dem dort aufgeführten Text jemand seine grundsätzliche Wut über alles und jeden endlich einmal loswerden wollte. Und als Bürger dieser Stadt fühlte ich mich dabei angesprochen und unangenehm berührt.
Ja, die Verkehrssituation an dem Freibad Mählersbeck ist seit der Eröffnung nicht optimal, vielleicht höchstens suboptimal. Immerhin haben wir jetzt in Oberbarmen ein großzügiges Freibad mit vielen Möglichkeiten für die ganze Familie. Und ja, es ist nicht schön, wenn man mit Kind und Kegel nicht bis zum Eingang mit dem Auto vorfahren kann. Und natürlich ist das mitzuführende Gepöngels (Kühlbox und Sonnenschirm) alles andere als vergnügungssteuerpflichtig.
Aber mal ehrlich: Früher war auch nicht alles besser. Also vor dem Neubau und der Zunahme des Autoverkehrs. Parkplatznot und blockierte Rettungswege gäbe es auch davor und die Bebauungsdichte ist auch vergleichbar. Also wird nach Schuldigen gesucht – die Politik, die Verwaltung, die „Kultur der organisierten Unzulänglichkeit“ hat umgehend bis zur neuen Saison Großparkplätze und Shuttle-Busse bereitzustellen.
Wie? Na, dann eben mit Abrissbaggern, Bulldozzern oder Ähnlichem. Hauptsache, die angeblich Schuldigen sind benannt. Möglicherweise ist ja auch die Oberbürgermeisterin daran schuld (wird gerne bei Bedarf genannt).
Menschenskind, lasst doch mal die Kirche im Dorf, genießt das neue und schöne Freibad und seht nicht nur die noch erkennbaren Probleme, sondern das Positive. Immer nur Moppern ist zwar in Wuppertal eine weit verbreitete Eigenschaft, hilft aber nicht unbedingt.
Wolfgang Pluecker
● Leserbrief an die Wuppertaler Rundschau: [email protected]
● Zu den Rundschau-Leserbriefen: hier klicken!
● Allgemeine Hinweise zur Veröffentlichung: hier klicken!