In der Wuppertaler Rundschau vom 22. August 2026 kritisiert Herr Seitz einen Leserbrief zur BUGA, der von massiven Einschnitten in die Natur spricht. Herr Seitz glaubt, dass in unseren Ämtern, insbesondere im Ressort Grünflächen, Menschen sitzen, denen die Natur am Herzen liegt. Das ist auch meine Meinung. Allerdings bezweifle ich, dass dies auch die Menschen sind, die letztlich die Entscheidungen treffen. Ich glaube, dass die Entscheidungsträger ganz andere Interessen haben als Naturschutz.
Als alte Wuppertalerin habe ich leider schon zu viele Kahlschläge in unsere schöne Natur erlebt, ich nenne gerne das Beispiel Carl-Schurz-Straße, wo sich früher ein wunderschöner, alter Wald befand, der unter Naturschutz stand und für die Wohnbebauung abgeholzt wurde.
In diesem Fall hatte dies jedoch wenigstens noch den Sinn, Wohnraum zu schaffen. Bei der Seilbahn und der Hängebrücke sehe ich dagegen keinen langfristigen Nutzen, der die tiefen Einschnitte in ein Naturschutzgebiet rechtfertigen würde. Weder die Königshöhe noch die Kaiserhöhe haben Points of Interest, die nach der BUGA noch zu einer Nutzung der Bergstation der Seilbahn oder der Hängebrücke führen würden.
Herr Seitz führt des Weiteren in seinem Kommentar das Argument an, dass eine Mehrheit von 51,8 Prozent für die BUGA gestimmt habe. Es sei undemokratisch, damit zu argumentieren, dass dies nur eine schwache Mehrheit sei. Ich stelle mir hier eine ganz andere Frage: Im Jahr 2019 haben die Einwohner der Stadt Wuppertal mit einer Mehrheit von 61,6 Prozent gegen den Bau einer Seilbahn gestimmt.
Bei der Abstimmung im Mai 2022 zur BUGA wurde nicht nach einer Zustimmung zur Seilbahn oder zur Hängebrücke gefragt, sondern nur ganz allgemein, ob man für die Ausrichtung einer BUGA sei. Das Konzept selbst sollte erst nach der Zustimmung gemeinsam mit den Bürgern entwickelt werden. So stand es auch in der offiziellen Abstimmungsbroschüre der Stadt, die eine ergebnisoffene Planung versprach.
Stattdessen drückt man jetzt die Seilbahn durch, die nur drei Jahre zuvor von den Bürgern mit einer starken Mehrheit (fast Zweidrittel) abgelehnt wurde. Bei der Seilbahn-Abstimmung lag die Wahlbeteiligung auch noch deutlich höher als bei der BUGA-Abstimmung (50,49 zu 35,5 Prozent). Wo bleibt da das Demokratieverständnis? Wie lange gilt eigentlich ein Bürgerentscheid? Warum wird die Meinung der Mehrheit der Wuppertaler Bürger einfach ignoriert? Woraus leiten Herr Seitz und die Stadt Wuppertal jetzt ab, dass die Mehrheit der Wuppertaler eine Seilbahn bzw. eine Hängebrücke wollen?
In der Abstimmung von 2022 ging es ausdrücklich nur um die Zustimmung zur BUGA. In der Abstimmungsbroschüre der Stadt Wuppertal haben alle Fraktionen, die sich für die Ausrichtung einer BUGA ausgesprochen haben, betont, dass die konkrete Ausgestaltung der BUGA ergebnisoffen zusammen mit den Wuppertaler Bürgern entwickelt werden soll.
Ich kenne viele Menschen, die für die BUGA gestimmt haben, obwohl sie gegen die Seilbahn und Hängebrücke waren und sind. Aber in Politik und Medien werden Kritiker der Seilbahn und Hängebrücke immer gleich als Gegner der BUGA dargestellt.
Ich sage Ja zur BUGA, aber nein zu Seilbahn und Hängebrücke. Das Kernareal an der Tesche halte ich dagegen für eine gute Idee, ebenso wie den Radrundweg um Wuppertal.
Um wirklich demokratisch zu agieren und das Versprechen der ergebnisoffenen Ausgestaltung einzuhalten, sollte es eine zusätzliche Abstimmung zu Seilbahn und Hängebrücke geben, bevor man Bäume an der Königshöhe fällt und dort Straßen und Wege baut. Beides sind langfristige Projekte, die nach der BUGA hohe Folgekosten ohne großen Nutzen für Wuppertal haben werden.
Yvonne Büttgenbach
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