Leserführungen der Rundschau Die Wuppertaler BUGA verändert die Königshöhe

Wuppertal · Eine 849 Meter lange Hängebrücke über das Tal, eine Seilbahn über den Grünen Zoo und neue Wege auf der Königshöhe: Bis zum BUGA-Jahr 2031 soll sich hier einiges verändern. Bei einer der BUGA-Leserführungen der Rundschau gaben die Verantwortlichen jetzt Einblicke in die Planungen für das zukünftige „Wupperpforte“-Areal.

BUGA aus erster Hand: Geschäftsführerin Susanne Brambora-Schulz (Mitte) und Projektleiter Niclas Lehr (ganz rechts in Blau) standen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Info-Rundganges Rede und Antwort.

Foto: Wuppertaler Rundschau/Christoph Petersen

Noch braucht es einiges an Vorstellungskraft: Wer heute am Von der Heydt-Turm auf der Königshöhe steht, sieht vor allem viel Wildwuchs. 2031 befindet sich aber hier mit der „Wupperpforte“ eines der drei Kernareale der Bundesgartenschau. Wie sich das Gebiet verändern soll, ließen sich am vergangenen Samstag rund 30 Leserinnen und Leser der Rundschau erklären. Zwei Stunden lang führten BUGA-Geschäftsführerin Susanne Brambora-Schulz und Niclas Lehr, Projektleiter für Seilbahn und Hängebrücke, über das Gelände.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Verbindung zwischen Königshöhe und Kaiserhöhe. Dem Von der Heydt-Turm gegenüber steht dort der Weyerbuschturm. Früher habe man von einem Turm zum anderen schauen und sich sogar zuwinken können, erzählt Brambora-Schulz. Heute versperren Bäume die Sicht. Die geplante Hängebrücke soll so verlaufen, dass sie die historische Sichtachse zwischen beiden Türmen nicht kreuzt. (Bilder)

Bilder: BUGA-Führung über die Wuppertaler Königshöhe
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BUGA-Führung über die Königshöhe

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Foto: Wuppertaler Rundschau/Christoph Petersen

849 Meter lang und 1,90 Meter breit soll die Brücke nach aktuellem Planungsstand werden, rund 760 Meter davon freischwingend. Ein seitlicher Aufzug ist ebenfalls vorgesehen. Fahrräder dürfen später nicht über die Brücke gefahren werden – ob sie geschoben werden dürfen, ist noch offen. Auch über die Öffnungszeiten ist noch nicht abschließend entschieden. Videoüberwachung und Alarmsysteme sollen unter anderem ermöglichen, bei möglichen Gefahrensituationen schnell zu reagieren. Einen Vorgeschmack bekamen die Teilnehmer schon bei der Führung: Mit einer VR-Brille konnten sie die geplante Hängebrücke virtuell betreten und den Blick über das Tal sowohl bei Tag als auch bei Nacht erleben.

Verändern soll sich auch die unmittelbare Umgebung des Von der Heydt-Turmes. Ein Bereich rund um den dortigen Wasserhochbehälter ist derzeit nicht begehbar. Zur BUGA soll sich das ändern: Der Behälter wird künftig nicht mehr genutzt, bleibt wegen des hohen Aufwands für einen Rückbau aber im Boden. Die Fläche darüber wird zugänglich und Teil einer kreisrunden Wiesenlichtung. Diese soll über eine Freitreppe und einen barrierefreien Weg erreichbar sein. Während der BUGA wird sie zur „Kunstlichtung“, auf der wechselnde Landart-Installationen gezeigt werden.

Auch auf der gegenüberliegenden Kaiserhöhe sind Veränderungen geplant: Picknicktische, Sonnenliegen und Bänke sollen zum Verweilen einladen, außerdem sind sanitäre Anlagen vorgesehen. Die Eingriffe in die Natur sollen dabei möglichst gering bleiben, doch ganz ohne Baumfällungen wird es nicht gehen. Für gefällte Bäume seien je nach Fall Ersatzpflanzungen im Verhältnis eins zu zwei beziehungsweise eins zu vier erforderlich, erläutert Brambora-Schulz. Viele Bäume im Areal seien zudem bereits krank und müssten – unabhängig von der BUGA – gefällt werden.

Am Erbslöh-Weg trifft die „Wupperpforte“ auf ein weiteres großes BUGA-Projekt: Hier soll die Bergstation der geplanten Seilbahn entstehen. Ihre Talstation ist am Stadion am Zoo vorgesehen, dazwischen soll es eine Mittelstation im eigenständigen Kernareal Grüner Zoo geben. Die Seilbahn verbindet damit unterschiedliche Bereiche der dezentralen Gartenschau miteinander. Wie die Hängebrücke soll sie nicht nur während der BUGA genutzt werden, sondern anschließend dauerhaft in Wuppertal bleiben.

Schon heute über die Hängebrücke: Das geplante Bauwerk lässt sich per VR-Brille virtuell betreten. Die kostenlose Simulation gibt es auch im „smart.lab“ im Hauptbahnhof – und ab Anfang September im BUGA-Lokal an der Kaiserstraße 4.

Foto: Wuppertaler Rundschau/Christoph Petersen

Brambora-Schulz macht während der Führung deutlich, dass eine Bundesgartenschau heute weit mehr als eine Blumenausstellung ist. Während bei der ersten BUGA 1951 in Hannover noch der Gartenbau im Mittelpunkt stand, verstehe man sie inzwischen vor allem als Stadtentwicklungsprojekt. Dauerhafte Freianlagen und Infrastruktur sollen bleiben, während Ausstellungskonzepte und gärtnerische Schauen auf die 180 Veranstaltungstage begrenzt sind. Danach fallen die Zäune wieder – und die dauerhaft gestalteten Bereiche werden öffentlich zugänglich sein.

Auch die Finanzierung kommt zur Sprache. Der Investivhaushalt liegt bei rund 74 Millionen Euro, ein möglichst großer Anteil soll durch Fördermittel gedeckt werden. Diese seien allerdings zweckgebunden, betont Brambora-Schulz: „Wir können davon keine Straßen oder Schulen bauen.“ Die für die BUGA bereitgestellten Fördermittel könnten also nicht einfach für andere städtische Aufgaben verwendet werden.

Bis 2031 bleibt an der „Wupperpforte“ noch einiges zu tun. Und was den Besuchern am Ende im Gedächtnis bleibt, sind für Susanne Brambora-Schulz ohnehin nicht allein die Blumen: „Klar, eine Pflanze blüht schön, aber im Kopf bleibt den Besuchern letztendlich vor allem der Empfang in der Stadt.“