„Endlich haben sich Ratsfraktionen der Frage nach der Zukunft für das seit Jahren brachliegende und zunehmend verwildernde Grundstück an der Oberen Lichtenplatzer Straße angenommen, nachdem wir dessen desolaten Zustand sowie die fehlende Entwicklung seit fast einem Jahrzehnt kritisiert haben“, so der Vorstandsvorsitzende Hermann Josef Richter. „Leider ist die Antwort der Verwaltung auf die aktuelle Anfrage der FDP/WfW zum Sachstand der Entwicklung des Grundstücks noch erschütternder als die Aussage eines früheren Stadtdirektors, dass man keinen Investor finde, oder das ,Schulterzucken‘ von Rat und Verwaltung in den letzten Jahren, denn die Vermarktung liegt auf Eis. „as ist das für eine Stadtentwicklungspolitik.“
Die Verwaltung selbst nenne, so Richter, „neben hohen Baukosten und Bauzinsen weitere interessante Gründe für den Rückzug von potenziellen Investoren aus den letzten Jahren: ein zu enger Zeitrahmen für das gesamte Objekt, sofortige Gesamtfälligkeit der Kaufsumme, fehlendes formelles Bauleitplanungsverfahren sowie noch nicht erfolgte Änderung des Flächennutzungsplans. Diese Vorgaben wurden seitens der Stadt aufgestellt.“ Er fragt: „Warum wurden diese Hemmnisse nach Bekanntwerden nicht konsequent von Verwaltung und Rat beseitigt, um einen Investor zu halten, bevor er abspringt? Die Schwierigkeiten sind seit Jahren bekannt, gehandelt wurde nicht.“
Alle Beteiligten seien sich darüber einig, „dass an dieser Stelle Wohnraum entstehen soll. Dringend benötigter Wohnraum. Seit Jahren fordern wir als ,Lobbyisten‘ nicht nur im Sinne von Eigentümern, sondern auch im Sinne der wohnungssuchenden Mieter die Freigabe und Entwicklung von Flächen für den Wohnungsneubau in Wuppertal. Wie kann es in Zeiten von zunehmender Wohnungsknappheit sein, dass eine zentral gelegene Freifläche nicht vermarktet und entwickelt wird?“
Sein Fazit: „Damit sich Bewohner, Eigentümer wie Mieter, in Wuppertal wohlfühlen, muss unter anderem ausreichend bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung stehen. Dieser wird in Wuppertal zunehmend knapp und die Wohnnebenkosten steigen stetig. Daher ist, neben niedrig kalkulierten Gebühren als Wohnnebenkosten, die sich an den tatsächlichen Abschreibungswerten und nicht den theoretischen Wiederbeschaffungswerten orientieren, auch die zügige Freigabe und Entwicklung von Flächen für sozialen und frei finanzierten Wohnungsbau dringend erforderlich.“
Richter erwartet daher von der Stadt, „dass diese aktiv und lösungsorientiert an die Vermarktung der Fläche an der Oberen Lichtenplatzer Straße herangeht und hierbei die bekannten Hemmnisse aus den zurückliegenden Vermarktungsversuchen aufgreift und auflöst, damit dort endlich mit dem Bau neuer Wohnungen begonnen werden kann. Ein auf Eis legen der Vermarktung ist für niemanden eine Lösung, sondern ein Scheitern, dass so nicht akzeptiert werden kann.“