„Der Wald schützt unser Klima. Deshalb müssen wir den Wald schützen.“ So heißt es auf einer der liebevoll gestalteten Tafeln des Waldlehrpfads zur Königshöhe, auf denen es mancherlei Interessantes zu lesen gibt. Nur schade, dass das alles nicht beherzigt wird, wenn es um Geld und Prestige geht!
Wälder stehen in Flammen, eine Hitzeperiode folgt auf die nächste, Bäume vertrocknen in großer Zahl, Flüsse, Seen und Böden trocknen aus – Millionenschäden für die Wirtschaft und Landwirte. Es gibt Hunderte von Hitzetoten, in den Innenstädten wird es immer heißer. Arbeit und Aufenthalt in Schulen, Kliniken und Altenheimen werden unerträglich und kaum mehr zumutbar. In diesen Zeiten wird es zunehmend wichtiger, Natur- und Klimaschutz ernst zu nehmen, Bäume zu schützen, Böden zu schonen, Lebensräume zu bewahren und für Hitzeschutz in Institutionen und Innenstädten zu sorgen.
Leider sind Natur- und Klimaschutz derzeit nicht besonders in Mode. Eckhart von Hirschhausen, der schon lange über die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Gesundheit informiert, spricht von „Entscheidern“, die, wenn es um Klima, Natur und Naturschutz geht, weder durch Appelle, noch durch Studien zu beeindrucken sind und die „auf diesem Ohr oder sogar auf beiden Ohren taub“ sind. Das gilt leider nicht nur für Macher und Entscheider!
Planer, Entscheider und Finanzgeber der BUGA 2031 halten unbeirrt an den Unsummen verschlingenden „unverzichtbaren“ Highlight- und Spaßprojekten fest, die massive Eingriffe in ein über viele Jahre gewachsenes Ökosystem erfordern. Rodungen, Versiegelung, Baustraßen, schwere Baumaschinen, der Transport von schweren Bauteilen, dauerhafte Infrastrukturen wie Seilbahn und Hängebrücke verringern Nahrung, Schutz und Lebensraum für Wildtiere (und den Naherholungsraum für Menschen!), unterbrechen Kreisläufe, zerstören Arten, Wald und Böden nachhaltig und schädigen ebenso das vernetzte Wurzelsystem der Bäume, das Hänge und Böden stabilisiert und Wasser speichert.
Die Folgen: langfristige Belastung und ökologische Risiken, weniger feuchte Böden, es wird heißer und trockener, die Zusammensetzung der Böden verändert sich dauerhaft. Das sind Fakten, die inzwischen bekannt sein dürften. Dass Gelder dafür bereitgestellt werden und dass eine schwache Mehrheit bei einer Abstimmung dafür gestimmt hat, macht das Ganze nicht sinnvoller, entbindet uns nicht von Verantwortung und schafft diese Tatsachen nicht aus der Welt.
Ich bin 82 Jahre alt und der Meinung, dass es höchste Zeit ist, so zu planen und zu gestalten, dass kommende Generationen Städte mit Lebensqualität und Schutz vor Hitze und mit einer Umgebung erleben, in der die Natur geschützt und erhalten wird. Wuppertal braucht keine Highlights auf Kosten der Natur, sondern begrünte Fassaden und Dächer, entsiegelte Flächen, Bäume und viel neues Grün in der gesamten Stadt und ein intelligentes System, um das Wasser bei Starkregen speichern zu können.
Nabu und „Nabu Nationales Naturerbe“ kaufen schon seit vielen Jahren so oft wie möglich Wälder, Moor- und Wiesenlandschaften, um dort lebende Arten und natürliche Lebensräume für morgen zu erhalten und zu schützen. Das wird von vielen Menschen durch Spenden unterstützt. Der Kauf der Marpe ist ebenfalls ein nachahmenswertes Beispiel für nachhaltigen Naturschutz.
Nabu-Senior-Campaignerin Thea Ehrlich appelliert an die Politik, „endlich auf allen Ebenen die Zerstörung und Zerschneidung der Natur zu stoppen. Nicht nur die Natur braucht intakte Wälder, Moore und andere Lebensräume, sondern auch wir Menschen: als Klimapuffer, Rückzugs- und Erholungsorte und als Quelle von sauberer Luft und Wasser.“
Charlotte Fuchte
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