Bei aller berechtigten Kritik am Zustand des Walls – den dortigen Radweg als „Wuppertals sinnfreiesten Fahrradweg“ abzutun, halte ich für ziemlich einseitig. Ich nutze ihn regelmäßig und ganz bewusst: Gerade die Möglichkeit, den Wall mit dem Fahrrad entgegen der Fahrtrichtung zu befahren, schafft eine direkte und im Vergleich zur Morianstraße auch sichere Verbindung durch die Innenstadt und erspart mir auf dem Weg in die Südstadt erhebliche Umwege. Genau solche direkten Verbindungen sind es doch, die das Fahrrad im Alltag überhaupt erst zu einer echten Alternative machen.
Dass es Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern gibt, kann man kritisieren – und die Gestaltung sicherlich verbessern. Daraus folgt aber nicht, dass der Radweg sinnlos ist. Im Gegenteil: Wenn wir mehr Menschen dazu bewegen wollen, innerstädtische Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen, brauchen wir ein zusammenhängendes Netz mit möglichst direkten Verbindungen und nicht nur Radwege dort, wo sie niemanden stören.
Und natürlich: Mehr Bäume und Aufenthaltsqualität am Wall? Sehr gerne. Aber warum wird daraus schon wieder ein „Bäume oder Fahrrad“-Thema? Eine vernünftige Innenstadtplanung sollte beides können: Begrünung und eine funktionierende, direkte Radverkehrsverbindung.
Carsten Hahn
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