Die BUGA wird als Zukunftsprojekt verkauft. Doch für viele Wuppertaler fühlt sie sich eher wie ein Projekt gegen die eigene Bevölkerung an.
Monatelang werden Spazierwege gesperrt, Zäune errichtet, Parkplätze beseitigt und Bäume gefällt. In Zeiten der Hitzebelastung und des Wassermangels ein „no go“! Die angelegten Beete und Pflanzen werden Unmengen an dem inzwischen sinkenden Wasservolumen verschlingen. Die Natur, die heute frei zugänglich ist, wird für ein halbes Jahr zur Kulisse mit Eintrittskarte. Gewachsene Lebensräume für Dachse, Füchse, Rehe, Vögel und viele andere Tiere werden zerstört oder massiv beeinträchtigt. Statt natürlicher Vielfalt entstehen künstlich angelegte Beete und perfekt gestutzte Grünflächen. Ist das wirklich Naturschutz?
Ich zahle Hundesteuer wie viele andere Hundebesitzer auch. Trotzdem ist bis heute nicht einmal klar, ob Hunde auf dem BUGA-Gelände überhaupt erlaubt sein werden. Einem Gelände, was schon seit Jahrzehnten als Spazierwege für Kinder, Senioren und Hundehalter ist. In Wuppertal gibt es ohnehin viel zu wenige geeignete Auslauf- und Spaziermöglichkeiten. Statt neue Flächen zu schaffen, werden bestehende Wege gesperrt. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die ihre Hunde verantwortungsvoll halten.
Ebenso unverständlich ist, dass zwei Spielplätze neu gebaut werden sollen, während andere seit Jahren kaputt sind und auf ihre Reparatur warten. Warum kümmert man sich nicht zuerst um das, was bereits vorhanden ist? Und was ist mit den Menschen, die direkt am BUGA-Gelände leben? Sie müssen über Monate mit Baustellen, Lärm, Verkehrschaos, Besuchermassen und Absperrungen leben. Ihre Naherholung verschwindet, ihre Lebensqualität sinkt – und das alles für eine Veranstaltung, die nur wenige Monate dauert.
Dann kommt noch der Eintritt hinzu. Es ist von Preisen um die 30 Euro die Rede. Für viele Familien, Rentner oder Menschen mit geringem Einkommen ist das schlicht nicht bezahlbar. Öffentliche Grünflächen werden zu einem Luxus, den sich nicht jeder leisten kann. Planungsunterlagen nannten bereits Eintrittspreise in dieser Größenordnung.
Und danach? Wenn die Blumen verblüht sind und die Besucher wieder nach Hause fahren – wer kümmert sich dann um die aufwendig gestalteten Anlagen? Wer bezahlt die Pflege? Wer übernimmt die Folgekosten? Die Erfahrung zeigt doch, dass nach solchen Großprojekten oft das Geld fehlt und die Anlagen nach und nach verfallen.
Wuppertal braucht keine sechs Monate Hochglanz für Touristen. Wuppertal braucht funktionierende Spielplätze, gepflegte Parks, bezahlbare Freizeitangebote und frei zugängliche Natur – für die Menschen, die hier leben. Jeden Tag. Nicht nur für ein großes Schaufenster auf Zeit.
Manuela Hentschel
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