Ja, Wuppertal hat Schulden! Wuppertal braucht aber auch Mut, mal etwas anzupacken. Ich war gar nicht erstaunt, sondern eher erfreut, dass die Stadt das Kaufhofgebäude erwerben will. Es ist ein Top-Haus in einer Toplage mit Parkhaus.
Wie viele Städte haben in der Vergangenheit ihr „Tafelsilber“ verkauft, um sich zu sanieren. Heute wären sie froh, wieder Häuser in eigener Verwaltung zu haben.
Wie zu lesen war, denkt man auch an Wohnungen zur Vermietung und an vieles andere, was man Investoren nicht einfach überlassen darf, um anschließend wieder abhängig zu sein. Das Kaufhofgebäude gehört einer Firma im Ausland. Über den „Klotz am Bein“ bestimmen jetzt andere.
Ich kann es nur mutig finden, dass unsere Oberbürgermeisterin hier den Vorschlag für eine neue Lösung gemacht hat und einen anderen Weg gehen will. Außerdem bringen ja Vermietungen aller Art auch etwas in die Kassen zurück, wenn „wir“ Eigentümer werden.
Man sollte darüber hinaus überlegen, ob es nicht Verwendungsmöglichkeiten für Teile des Hauses gibt, die öffentlich gefördert werden. Würde zudem hier die Stadtbibliothek einziehen, wäre auf der anderen Seite ein Gebäude frei, das dann ebenso gewinnbringend verwendet werden kann. So baut eines auf das andere auf, wenn man es schlau plant.
Es ist doch immer wieder toll zu lesen, dass wir endlich mit dem Pina-Bausch-Zentrum vorankommen und langsam merken, welches Potenzial an wertvollen Ideen für die Allgemeinheit und besonders für die Jugend, jetzt schon in dieser Phase des Entstehens, entwickelt und umgesetzt werden. Wir leisten uns zudem eine BUGA, die sich auch nicht aus der Portokasse bezahlen lässt.
Ich traue OB Miriam Scherff zu, dass sie mit entsprechenden Fachleuten ein Konzept entwickelt, damit die Kosten für das schöne und auch noch historische Kaufhofgebäude nicht aus dem Ruder laufen und wir irgendwann froh sind, es erworben zu haben. Wuppertal muss endlich neue Wege gehen, um wieder zukunftsfähig zu werden und zu bleiben. Vielleicht fangen wir langsam an, das zu begreifen. Leider geht das nicht zum Nulltarif.
Matthias Müller
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