Briefe von Leserinnen und Lesern „Durchdachte Platzierungen – in Kombination mit dem Gesetz“

Wuppertal · Betr.: E-Scooter in europäischen Städten

Aufnahme aus Lodz.

Foto: Martin Lindheimer

Mit Interesse habe ich Ihre aktuelle Berichterstattung zur E-Scooter-Debatte verfolgt. Gerne möchte ich einen ergänzenden Beitrag zur Diskussion leisten.

Während eines Aufenthalts in der polnischen Stadt Lodz – einer Stadt, die selbst mit zahlreichen städtebaulichen Herausforderungen zu kämpfen hat sowie Armut und leeren Stadtkassen und zahlreichen Gebäuden, bei denen die Einschusslöcher aus dem 2. Weltkrieg erkennbar sind – ist mir eine vorbildliche Lösung im Umgang mit E-Scootern aufgefallen.

Es gibt über 300 Stellplätze für E-Scooter im Stadtgebiet in 150 bis 200 Meter Abstand verteilt, und die nationale Straßenverkehrsordnung schreibt das Abstellen genau darin vor. Wer seinen Scooter außerhalb dieser Parkflächen abstellt, muss dies am äußersten Rand tun und für Fußgänger eine Fläche von 1,5 Metern lassen. Falsch abgestellte Scooter müssen von den Betreibern abgeschleppt werden.

Ich konnte dort ein Foto aufnehmen, das eindrucksvoll belegt, dass auch in Lodz speziell abgesperrte Parkflächen für E-Scooter existieren. Anders als in vielen deutschen Städten scheint es dort kein nennenswertes Problem mit wild oder rücksichtslos abgestellten Fahrzeugen zu geben.

Entscheidend für diesen Erfolg ist aus meiner Sicht jedoch nicht die bloße Einrichtung solcher Zonen, sondern deren durchdachte zahlreiche Platzierungen – und die Kombination mit dem Gesetz. Die Parkplätze in Lodz sind offenbar sehr gut ausgewählt und in das städtische Umfeld integriert. So wie sie dort konzipiert und genutzt werden, funktionieren sie auch im Alltag.

Martin Lindheimer

Leserbrief an die Wuppertaler Rundschau: [email protected]
● Zu den Rundschau-Leserbriefen: hier klicken!
● Allgemeine Hinweise zur Veröffentlichung: hier klicken!