Briefe von Leserrinnen und Lesern „Über Jahrzehnte hinweg ein Klotz am Bein“

Wuppertal · Betr.: Diskussion über Wuppertaler Kaufhof-Immobilie

Symbolbild.

Foto: Rundschau

Mit großem Erstaunen habe ich die Kaufempfehlung der Stadtverwaltung für das ehemalige Kaufhof-Gebäude verfolgt. So sehr man sich eine Belebung der Elberfelder Innenstadt auch wünscht, so fahrlässig erscheint es, in der aktuellen finanziellen Situation Wuppertals ein derartiges finanzielles Wagnis einzugehen. Zur Erinnerung: Wuppertal hat ein Haushaltloch von 157 Millionen sowie ca. 1,57 Milliarden (!) Schulden.

Ein vermeintlich günstiger Kaufpreis von wenigen Millionen Euro darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir hier vom sprichwörtlichen „Eintrittspreis“ in ein gigantisches Sanierungsprojekt sprechen. Wuppertal ist hoch verschuldet, und jeder investierte Euro an Steuergeldern fehlt bei dringlicheren Aufgaben wie der Sanierung unserer maroden Schulen, Straßen, Kindergärten Personal oder Sportstätten.

Die Umwandlung eines ehemaligen Warenhauses in moderne Bildungs- oder Verwaltungsflächen ist technisch hochkomplex. Tiefe Grundrisse und fehlender Tageslichteinfall machen den Umbau zu einer Herausforderung, bei der die Kosten völlig aus dem Ruder laufen können. Auch die enormen Folgekosten im laufenden Betrieb über Jahrzehnte hinweg sind ein Klotz am Bein, den die nachfolgenden Generationen tragen müssen.

Anstatt sich selbst zum Investor und Eigentümer einer 50 Jahre alten Problem-Immobilie zu machen, sollte die Stadt den Fokus darauf richten, die Bedürfnisse ihrer Einwohner zu befriedigen. Denn diese bezahlen die Träumer in der Stadtverwaltung, ohne gefragt zu werden, was ja auch eine Möglichkeit wäre. Wuppertal muss lernen, seine finanziellen Prioritäten richtig zu setzen. Bevor hier unkalkulierbare Risiken eingegangen werden, sollte der Stadtrat den Kauf am 13. Juli ablehnen.

Jedes Mitglied des Rates sollte sich fragen, warum die Entscheidung so schnell getroffen werden muss, ohne dass ein tragfähiges finanzielles Konzept vorliegt? Würde er dies auch für seine private Immobilie so entscheiden, also Kauf ohne geprüfte Kalkulation für Sanierung und Zustimmung der Bank?

Martina Stark

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