Die Fällung der Linden im Februar 2026 vor dem Wuppertaler Rathaus hat viele Menschen bewegt, und wir haben die Entscheidung zunächst kritisch hinterfragt. Als Initiative, die sich für Stadtgrün, Klimaanpassung und eine lebenswerte Stadt einsetzen, möchten wir nach der Einsicht in das Gutachtens und dem Austausch mit den zuständigen Fachleuten dazu beitragen, die Hintergründe nachvollziehbar zu machen und den Blick auf die Zukunft zu richten.
Nach Angaben der Stadt und des Gutachters waren die Linden äußerlich zunächst unauffällig und wurden noch im Sommer 2025 gepflegt. Erst detaillierte Untersuchungen zeigten massive Probleme im Wurzelbereich. Die Bäume erreichten bei den Standfestigkeitsprüfungen nur etwa 60 Prozent der erforderlichen Sicherheit. Gerade auf einem stark frequentierten Platz musste die Stadt deshalb aus Gründen der Verkehrssicherheit handeln.
Die Ursachen liegen offenbar auch in den damaligen Pflanzbedingungen der 1980er Jahre. Heute weiß man deutlich mehr darüber, wie Stadtbäume dauerhaft gesund wachsen können. Größere Wurzelräume, bessere Wasserversorgung, unterirdische Verbindungssysteme und moderne Sensorik gehören inzwischen zu einer zukunftsfähigen Stadtbegrünung.
Wir freuen uns, dass das Grünflächenamt auch am Johannes-Rau-Platz auf moderne Stadtbaumkonzepte setzt, die sich bereits an anderen Standorten bewährt haben. Nachpflanzungen sind für Frühjahr 2027 geplant. Wieder sollen Linden gepflanzt werden. Die neuen Bäume werden bereits eine beachtliche Größe von sieben bis acht Metern haben.
Dafür entstehen Kosten von rund 12.000 bis 15.000 Euro pro Baum. Ausgaben, die bislang nicht eingeplant waren. Diese zukunftsorientierte Herangehensweise verursacht zwar höhere Kosten, schafft aber die Voraussetzungen dafür, dass die nächste Baumgeneration dauerhaft gesund wachsen und den Platz über viele Jahrzehnte prägen kann.
Wir von Zukunft und Natur e.V. und dem Arbeitskreis ,talbuddeln‘ begrüßen den eingeschlagenen Weg und möchten dazu beitragen, dass der Johannes-Rau-Platz zu einem sichtbaren Beispiel für die erfolgreiche Verbindung von Stadtgrün, Klimaanpassung und bürgerschaftlichem Engagement wird.
Als Stadtgesellschaft können wir gemeinsam Verantwortung übernehmen. Wer sich ein grüneres, lebenswerteres und klimaresilientes Wuppertal wünscht, kann helfen, diese neuen Bäume möglich zu machen. Jede Spende für die Neupflanzungen ist zugleich eine Investition in Schatten, Aufenthaltsqualität, Kühlung und Lebensqualität für kommende Generationen. Weitere Informationen zur Spendensammlung folgen von Zukunft und Natur e.V.
Jan Hendrik Wegermann, Claudia Tust-Follmann (Vorstand Zukunft und Natur e.V.)
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